"Zeit, deine Medizin zu spielen!" / "It's time to play your medicine!"

in #deutsch2 years ago

english summary: The US drug Authority FDA has for the first time ever approved a videogame(!) as a non-drug prescription treatment for ADHD - a "digital therapeutic"!

Liebe Hiver, Gamer und alle anderen,

früher hiess es, Videospielen sei "ungesund" bis hin zu "schürt Gewalt" (mehr über den möglichen Zusammenhang zwischen erlebter (gesehener) und ausgelebter Gewalt hier).

Jetzt wurde erstmals von der FDA (der US-Arzneimittelbehörde) ein Videospiel als "digitales Therapeutikum" zugelassen! Es geht um EndeavorRx™ der Firma Akili, eine verschreibungspflichtige Behandlung in Form eines Videospiels.

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Quelle

Zielgruppe sind Patienten mit ADHD (attention deficit hyperactivity disorder), der sog. Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Das sind meist Jugendliche (teils auch Erw.), die sich nicht konzentrieren können, sich leicht ablenken lassen, kaum längere Zeit still sitzen können, andere oft unterbrechen und nicht aussprechen lassen und sich generell schwer auf eine Sache fokussieren können.

Man muss dazuerwähnen, dass manche Ärzte sich schwer tun, diese Symptomatik überhaupt als Krankheit anzusehen (von Pharmabashern ganz abgesehen). Bedenklich ist, dass es einen fliessenden Übergang von normalem Verhalten hin zu ADHD gibt und jeder die Grenze, was noch normal ist, woanders zieht. Solange kein Leidensdruck vorhanden ist, sollte man gar nicht von ADHD sprechen und in einigen Ländern (z.B. Frankreich) ist es überhaupt verpönt, hier überhaupt therapeutisch einzugreifen, insbesondere mit Psychopharmaka. Anders in den USA, wo Kindern gerne ruhiggestellt werden, auch medikamentös!

Apropos ruhigstellen. Mir kommt vor, dass heutzutage eine komplette heranwachsende Generation von (gesunden) Kindern ab dem kleinsten Alter schon mit Videos und Spielen aus iPads, Smartphones und Co. beschäftigt werden, teils stundenlang, auch unterwegs (statt mit der Umgebung zu interagieren). Welchen Effekt das auf die Entwicklung des jungen, reifenden Gehirns hat, mag man sich gar nicht vorstellen - es ist aber sicher kein positiver! Endgültiges weiss man noch nicht, aber die konstante Reizüberflutung durch die bewegten Bilder und die schnellen Belohnungen verringern die Geduld, die Empathie und können erst zu Aufmerksamkeitssörungen führen, für die jetzt ein Videospiel eine Verbesserung brigen soll.
Studien zeigen jedenfalls, dass unser IQ seit Mitte der 1990er-Jahre sinkt Quelle, aber das kann auch andere Gründe haben.
Übrigens, Studien haben auch gezeigt, dass Links ablenken, auch wenn sie gar nicht geöffnet werden (link dazu 😀).

Daher ist es letztlich nicht überraschend, dass eine Videospiel-Firma offiziell um Lizensierung eines Games zu therapeutuschen Zwecken angesucht hat. Konkret geht es in dem Spiel, das mit Touchscreen gespielt wird, darum, Herausforderungen zu meistern, die helfen sollen, sich zu fokussieren und multitasking zu üben. Es soll im Rahmen eines erweiterten Therapieprogramms eingesetzt werden, das auch Medikamente und Erziehungsprogramme beinhalten kann. Es ist speziell für 8 bis 12-jährige Kinder ausgerichtet und soll auf spielerische Weise die Aufmerksamkeit verbessern.

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Quelle

Gestützt wurde die Einreichung als digitales Arzneimittel durch klinische Studien an 600 Kindern. Eine der randomisierten Studien wurde kürzlich im Lancet(!) veröffentlicht (Link). Es wurde gezeigt, dass nach 28 Tagen "Behandlung" die Kinder signifikante Verbesserungen hatten bei einem Score, der Aufmerksamkeit und Resistenz gegen Ablenkungen misst. Die Nebenwirkungen waren überschaubar, am häufigsten waren Frustration (3%) und Kopfweh (2%), seltener Übelkeit, Aggression, Benommenheit und "emotionale Reaktion" (je 1%). Bisherige Studien mit digitalen Inhalten (z.B. Neurofeedback) waren nicht erfolgreich bei ADHD, waren auch oft schlecht konzipiert (z.B. ohne Kontrollgruppen).

Akili will ihr Angebot demnächst erweitern unter anderem mit einer Tracking-App!

Nach diesem Meilenstein, kommt demnächst Animal Crossing als Antidepressivum? Wohl kaum, denn klinische Studien sind teuer und Nintendo verdient am Spiel ordentlich, auch ohne Zulassung als Medikament.

Was meint Ihr zu digital therapeutics?

mehr dazu:
https://www.fiercebiotech.com/medtech/fda-clears-its-first-prescription-video-game-treatment-for-adhd

Sort:  

nicht Shooter machen aggressiv... LAG macht aggressiv :D

Das ist doch mal ein Fortschritt!

LG Michael

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!jeenger

I wish I can clearly understand this "Lang" but from the title I could read you are talking about Digital therapeutics or digital health as the may call it! Technology and level programming and Artificial Intelligence has help a lot in developing some very therapeutic games to remedy some diseases.

Indeed.
Ever tried Deepl translation? Just copy the text into the field, push enter and you have a decent translation :) Takes only seconds.

The problem is that games are maybe the cure for the problem also initially created by this type of entertainment. So a bit like this aphorism about psychotherapy which is "the disease for whose therapy she believes herself" (Karl Kraus).

In verschiedenen Studien ist belegt worden, daß Impfungen maßgeblich, vielleicht sogar die entscheidene Ursache von Verhaltensauffälligkeiten sind. Was für mich auch Sinn macht, da diese "Krankheit" sprunghaft zugenommen hat. So wie die Impfungen eben auch. Da sollte man als erstes ansetzen.
Ich würde alle Kinder erstmal entgiften.
Dann braucht man auch kein Spiel mit Touchscreen, um Kinder zu mutivieren sich zu fokussieren. Schickt die Kinder raus zum spielen, danach haben die Kinder keine Konzentrationsprobleme und können still sitzen. Vieles liegt auch in der Hand der Eltern. Man kann Kindern nämlich beibringen, dass es warten muss und erst reden kann wenn es aufgefordert wird. Genauso wie man einem Kind Manieren beibringen kann. Ich sage nicht, dass es einfach ist, da man sich als Elternteil ständig wiederholen muss und man fühlt sich teilweise wie ein Pastor,aber es funktioniert. Man muss sich Zeit für sein Kind nehmen und mit Ihm reden.
Für mich sieht es so aus, daß die nächste Generation zu Medikamentenabhängigen herangezüchtet werden soll. Kinder mit Medikamenten zudröhnen ist echt das Letzte, aber provitabel. Niemand muss digital therapiert werden!!
Sorry, vielleicht liege ich falsch, aber vielleicht auch nicht. Ich habe gerade meinen Gedanken freien Lauf gelassen.

Bitte zeige mir doch die Studien, wonach Impfungen maßgeblich für Verhaltensauffälligkeiten sind.
Bei der fehlenden Erziehungsleistung der Eltern gebe ich Dir recht. Viele gehen den einfachen Weg, weil sie nur an sich denken, anstatt an ihre Kinder. Etwas zu opfern (seine Zeit) ist uncool in der heutigen Selfie- und Facebook-Elterngeneration.

https://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/adhs-durch-impfungen/
Hier der Link für Dich.
Wenn man glaubt, man opfert etwas, dann sollte man besser keine Kinder in die Welt setzen, da hast Du absolut Recht.

Sorry, aber das meiste, was dort steht, sind keine Studien, sondern (subjektive) Fallbeschreibungen. Meine 3 Kinder haben alle bestimmte Impfungen bekommen und haben trotzdem keine Verhaltensauffälligkeiten, so das ist jetzt der Gegen"beweis". Das geht so nicht in der Wissenschaft. Jeder, der eine bestimmte These hat, nimmt sich einfach Fälle, die für die von ihm vertretenen These sprechen und lässt andere weg. Auf diese Weise kann man alles "beweisen" und Zusammenhänge herstellen, auch wo keine sind, auch dass der Storch die Kinder bringt.
Die einzigen Studien, die erwähnt werden, sind die von RKI-Institut durchgeführte KiGGS-Studie (eine Umfrage) und deren Ergebnis wird mit einer Umfrage an völlig anderen Kindern, mit einer anderen Fragestellung, verglichen (man weiß nicht mal, wieviele Kinder der RKI-Studie geimpft waren). Komplett unredlich, man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
Impfen kann tatsächlich zu vielen unerwünschten Reaktionen führen, auch zu einer gefährlichen Aktivierung des Immunsystems, die zu Autoimmunerkrankungen führen können, aber ADHD? Das ist reine Spekulation.

Ja, vielleicht hast Du Recht. Es kommt auch immer darauf an, wer die Studien durchführt und wieviel Geld zur Verfügung steht.
Ich freue mich, dass es Deinen Kindern gut geht und niemand in Eurer Familie davon betroffen ist.
Wir überlassen die Aufklärung der Wissenschaft.
Trotzdem interssant mit Dir niveauvoll darüber zu diskutieren.
Danke

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