Der Wald und der Mensch- Teil 1

in #deutsch2 years ago (edited)

English summary: The history of woods and of mankind is closely coupled. Read on to learn more about this connection and what we inherited from our life in trees and how we were influenced by them.

Liebe Hiver und Pflanzenfreunde,
schon vor 2 Jahren hatte ich hier geschrieben, dass Pflanzen zwar kein zentrales Nervensystem, aber Reizweiterleitungssysteme, Aktionspotentiale, Hormone und auch Neurotransmitter haben. Damit können sie (man weiß aber oft nicht genau wie) erstaunliche Dinge tun, sogar hören, lernen und verschiedene Feinde unterscheiden und entsprechend unterschiedlich abwehren.

Pflanzen sind evolutionär betrachtet nun mal um so vieles älter als Tiere und haben diese Eigenschaften der Anpassung und der Abwehr von Freßfeinden perfektioniert, auf einfache (=zweckmässige, ressourcenschonende) und dezentrale Weise. Sie mussten kein Gehirn entwickeln. Sie sind wohl nicht intelligent im menschlichen Sinn, aber wenn wir nur als intelligent zählen, was einen IQ-Test schafft und nicht, was überleben kann, dann liegt es offenbar eher an unserer sehr eingeschränkten Definition von Intelligenz, dass Pflanzen als "dumm" gelten. Sind wir wirklich so intelligent, auch wenn die meisten von uns in einem Wald unseren Breitengrads verhungern würden (im Winter vorher erfrieren)? Zumindest alleine, auch der Steinzeitmensch hat wohl nur als Gruppe überleben können. In einer Gruppe sind Dinge möglich, die das Individuum nicht kann. Darauf geht kein Standard-IQ-Test ein.
Bei den Tieren gibt es ja auch interessante Staatenbildungen wie die Kolonien bei Ameisen, am herausragendsten natürlich, was der Mensch in seinen Kolonien ("Städte" genannt) geschafft hat durch die immer weiter verfeinerte Arbeitsteilung, von Computern, die in jede Hosentasche passen bis zu Sonden, die zu anderen Planeten vorgedrungen sind.

Ein Wald ist auch so eine Vergemeinschaftung von unzähligen Pflanzen, aber auch Tieren. Und der Mensch war schon, bevor er Mensch wurde, ein Teil davon. Wie hat diese intensive Beziehung angefangen?

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Blick auf den Wienerwald @stayoutoftherz

Geschichte

Wälder sind alt, sehr alt! Vor ca. 400 Mio. Jahren entwickelten sich aus Wasserpflanzen die ersten einfachen Landpflanzen. Unsere Vorfahren waren damals Lurche. Es dauerte noch 100 Mio. Jahre, in denen die Farne und Schachtelhalmgewächse lernten, Lignin einzulagern und zu verholzen. Das erlaubte ihnen, in bisher ungeahnte Höhen zu wachsen, echte, starke Wurzeln auszubilden und Leitgewebe zu entwickeln, die Wasser und Zucker auch in diese Höhen transportieren konnten. So entstanden vor rund 300 Mio. Jahren die ersten Bäume. Im günstigen feucht-subtropischen Klima des Karbon ("Steinkohlezeit") wuchsen die bekannten riesigen Sumpfwälder mit den Bärlapp-, Farn- und Schachtelhalmbäumen, denen wir einen Großteil der Steinkohle verdanken. Auch CO2 gab es im Überfluss (drei bis viermal soviel wie heute!), das das üppige Wachstum förderte. Dieses durch die Pflanzen gebundene CO2 wird heute wieder freigesetzt, wenn die Steinkohle verbrannt wird, aber das ist eine andere Geschichte...

Nach Rückgang der Bärlapp-, Farn- und Schachtelhalmbäume aufgrund des trockeneren Klimas entstanden vor 270 Millionen Jahren unsere Nadelbäume, die festes Land eroberten, nachdem die Sümpfe weltweit auf dem Rückzug waren. Die Ära der Amphibien war zu Ende und die der Reptilien sollte beginnen. Über 200 Millionen Jahre beherrschten dann die Nadelbäume das Landschaftsbild, als dominierende Vertreter der Nacktsamer. In dieser Zeit entwickelte sich auch der Ginkgobaum, der als lebendes Fossil bis heute überlebt hat. Er galt lange Zeit als ausgestorben. Nur in China und Japan, wo der Baum als heilig gilt, hatten Exemplare überlebt, bevor ein paar Samen dann ausgeschmuggelt wurden und seither überall in der Welt in Parks angepflanzt werden.
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https://pixabay.com/

Vor rund 100 Millionen Jahren, in der Kreidezeit, entwickelten sich erste Blütenpflanzen und auch Laubbäume, die allmählich zum vorherrschenden Wald wurden. Die Eiche z.B. entstand damals.
Die Dinosaurier dominierten die Tierwelt, bis vor 65 Mio. Jahren ein Asteriodeneinschlag und dessen Auswirkung auf das Klima sie dahinraffte und kleine, säugende Insektenfresser, unsere Vorfahren, ihre Chance bekamen. Auch die bis dahin vorherrschenden Nacktsamer erholten sich nie von diesem Schlag. Ihnen blieben nur kältere Gegenden (Tundren) und Höhenlagen, wo sie gegen die effizienteren Laubbäume konkurrieren konnten.
Drei Viertel der Erde waren danach mit tropischen Regenwäldern bedeckt, im üppigen Baumbiotop konnten sich die noch katzengroßen Frühprimaten gut entwickeln, die Kronen der Laubbäume boten Schutz vor Räubern und reichlich Nahrung (Insekten, Vogeleier, Früchte). Dabei schoben sich die Augen nach vorne - räumliches Sehen entstand, und die Daumen kamen in Oppositionsstellung - zum besseren Greifen der Äste.
Im Oligozän, vor ca. 34 bis 23 Mio. Jahren kühlte es dann weiter ab und die Durchschnittstemp. der Erde sank auf rund 15o Celsius. Die Menschenaffen, unsere Vorfahren, spalteten sich endgültig von den Altweltaffen ab, und im darauffolgenden Miozän (23 bis 5 Mio. Jahre) breiteten sich die Menschenaffen auf die Wälder Europas und Eurasiens aus.

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Schimpanse im Zoo von München @stayoutoftherz

Viele Eigenschaften des Menschen haben wir den Primaten und ihrer Anpassung an den Wald zu verdanken:

  • räumliches Sehen und ein sehr beweglicher Hals
  • eine Hand die greifen kann; noch heute wollen wir Dinge "im Griff haben"
  • unser Farbsehen (unsere Vorfahren mussten Früchte und Feinde gut ausmachen können im ewigen Grün der Baumkronen), auch unser Ampelsystem beruht noch darauf (gelb und rot: Achtung!)
  • Ein stark ausgeprägtes Schlüsselbein (um mit dem ganzen Gewicht an einem Ast hängen zu können)
  • Eine Parklandschaft mit vereinzelten Bäumen übt auch heute noch eine beruhigende Wirkung auf uns, Blutdruck und Blutzuckerspiegel sinken. Die Bäume geben unserem Unterbewusstsein ein Gefühl der Sicherheit, da sie als Fluchtbäume dienen könnten.

Vom Jäger und Sammler...

Im Miozän kühlte das Klima weiter ab, die Regenwälder schrumpften und endlose Savannenlandschaften entstanden. Es kam zu einem starken Selektionsdruck auf unsere Vorfahren. Sie entwickelten den aufrechten Gang, Schweißdrüsen, verloren ihr Fell und stellten sich auch nahrungsmässig um, indem sie zu jagen begannen. Im Pliozän (vor 5 bis 2 Mio. Jahren) durchstreifte dann der Australopithecus und andere Hominidae die Savannen Afrikas. Danach, schon im Pleistozän kam es zu einem erneuten Klimawechsel, es wurde noch trockener und kühler, die Australopithecinen starben aus, aber aus einigen entwickelte sich die Gattung Homo, z.B. der Homo erectus, der längere Beine und kürzere Arme hatte, ein größeres Gehirn besaß, sich nur mehr zweibeinig fortbewegte und irgendwann vor 2 bis 1,5 Mio Jahren lernte, das Feuer zu gebrauchen und damit die Schwelle zum Menschsein überschritten hatte (alle Tiere fürchten sich vor Feuer). Das Brennholz fürs Feuer - auch ein Geschenk der Bäume.
Dann begann sich das Klima auf der nördlichen Halbkugel vor etwa einer Million Jahre stark abzukühlen. Die Eiszeiten kündigten sich an! Von 600000 bis 12000 v. Chr. wechselten vier Kaltzeiten mit wärmeren Zwischenzeiten ab. In den Warmzeiten lebten Löwen, Nashörner und Bisons in Mitteleuropa, letztere wurden von Homo erectus gejagt, doch in den Kaltzeiten flüchteten die Menschen nach Süden und es bildeten sich auf der Nordhalbkugel kilometerdicke Gletscher und baumlose Tundren machten sich breit.
In der letzten Kaltzeit (von ca. 115000 bis ca. 12000 Jahren), betrat der erste moderne Homo sapiens, der sog. Cro-Magnon Mensch, ein Jäger und Sammler, die Bühne (vor ca. 40000 Jahren) und breitete sich (vermutlich aus Afrika kommend) auf allen Kontinenten aus, auch nördlich der Alpen (in früheren Kaltzeiten war Mitteleuropa unbesiedelt). Er verheizte die wenigen übriggebliebenen Bäume und jagte, zeitgleich mit dem Neandertaler, Mammuts und Wollnashörner, bevor der Neandertaler ca. 30000 v. Chr. ausstarb. Neben den Großsäugern war die Kost karg: Gräser, Moosfarne, Zwergbirken und kälteliebende Preiselbeeren.

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https://www.spektrum.de/news/eiszeitmenschen-fackelten-europas-waelder-ab/1435589

Vor ca. 12000 Jahren kam es zu einer plötzlichen Erwärmung. Durch Schmelzen von Eis kam es weltweit zu starken Überflutungen und massiven Auswirkungen auf den Menschen - die in vielen Kulturen existierenden Mythen über die Sintflut kommen daher.
Doch die Kälte kehrte noch einmal zurück. Es herrschte großer Nahrungsmangel und Mitteleuropa war wieder fast frei von Menschen.

... zum Bauern

Erst im sog. "Atlantikum" (8000 - 4000 v.Chr.), eine holozäne Warmperiode (ca. 2,5 Grad wärmer als heute), verschwand das meiste Eis und die Vegetation änderte sich rapide, dichte Mischwälder entstanden und die Baumgrenze war 300m höher als heute. Allerdings waren viele Pflanzenarten ausgestorben, dadurch war die Flora viel artenärmer als vor den Eiszeiten. In die tundrenartige Flora wanderten zunächst Pionierbaumarten, wie z.B. Birken und Kiefern, ein. Dann kamen mit zunehmender Temperatur Haselstrauch, Erlen, Linden, Ulmen, Eschen, Buchen und vor allem Eichen.
Neue Populationen von Menschen kamen mit ihrem Vieh aus dem Vorderen Orient (dem "fruchtbaren Halbmond", wo die neolithische Revolution begonnen hatte) entlang der Donau und siedelten sich an, doch erstmals nicht als Jäger und Sammler, sondern als weitgehend sesshafte Waldbewohner, die sich vor allem von Beeren, Früchten, Nüssen und Gemüse ernährten. Der Wald wurde wieder zu einer wichtigen Nahrungsquelle und Lebensgrundlage. Doch die kleineren, scheuen Tiere wie Hirsche und Rehe erforderten neue Jaddtechniken wie Pfeil und Bogen. Fische wurden mit aus Pflanzenfasern geknüpften Netzen gefangen. Aus ausgehöhlten Bäumen wurden Boote gebaut, oder Flosse aus zusammengebundenen Baumstämmen.
Die nahrhaften Haselnüsse wurden sehr wichtig und gezielt angepflanzt, weiter im Süden, im Mittelmeerraum hatten Oliven eine ähnliche Rolle, Olivenbäume wurden verehrt und das Olivenöl für Rituale verwendet (Christus heißt ja "Der (mit Olivenöl) Gesalbte") - auch heute noch wird Olivenöl bei jeder gr.orth. Taufe benutzt.

Die Bauern führten Brandrodungen durch, die Asche der verbrannten Bäume war gleichzeitig Dünger für die Ackerpflanzen; an Getreide wuchs in Mitteleuropa übrigens Hafer und Roggen besser als der wärmebedürftige Weizen. Die Siedlungen wurden mit Palisadenzäunen aus zugespitzten Baumstämmen befestigt - ein Zeichen dafür, dass es nicht nur friedliche Zeiten waren. Waren es Kämpfe mit benachbarten Sippen, Verteidigungen gegen noch umherstreifende Jäger und Sammler oder nur Schutz des wehrlosen Viehs gegen Wolfsrudel und Bären? Man weiß es nicht. Die Sesshaftigkeit brachte es jedenfalls mit sich, sich verteidigen zu müssen.
Als Baumaterial dienten - was sonst - ebenfalls Bäume (bauen und Baum klingen nicht durch Zufall ähnlich). Unser Wort für Wand stammt noch aus dieser Zeit: zwischen senkrecht in den Boden gesteckte Haselstangen wurden waagrecht biegsame Weideruten dazwischengeflochten (indoeurop. *uendh = "drehen/winden/flechten").
Nach ca. einer Generation war der Boden verbraucht, Unkräuter nahmen überhand, die Hütten wurden baufällig, und die Sippe zog schließlich weiter und rodete ein neues Gebiet. Das ehemalige Ackerland wurde wieder vom Wald überwuchert, der Wanderfeldbau war nachhaltig.
Im Mittelmeerraum und im vorderen Orient konnte der Wald aber aufgrund der zunehmend fehlenden Feuchtigkeit nicht mehr so gut nachwachsen. Das Land verkarstete und auch die Ziegen der Bauern verhinderten eine Wiederbewaldung. Bewässerungsssysteme wurden notwendig, Pumpen mussten erfunden werden, Ernten mussten gelagert, gesichert und verteilt werden, all das erforderte Arbeitsteilung und mit ihr entstanden die ersten Hochkulturen!

Die Sesshaftwerdung hatte auch ihren Preis: Zum ersten Mal musste wirklich gearbeitet, geschuftet werden. Ackerbau ist weit mühsamer als Jagen und Sammeln. Man fand in neolithischen Skeletten erstmals degenerative Veränderungen an Knochen und Gelenken durch Verschleiß. Die Ernährung wurde einseitiger, und der enge Kontakt mit dem Vieh führte zu Infektionskrankheiten. Es kam zu ersten Epidemien, besonders in den bevölkerungsreichen Bewässerungskulturen des fruchtbaren Halbmonds. Der Mythos der "biblischen Plagen" zeugt noch heute davon.
Mit Grundbesitz und Berufen (Anführer, Handwerker, Bauern, Arbeitssklaven) entstanden auch soziale Schichten und eine Priesterkaste, die die entstandene Ungerechtigkeit als gottgegeben sanktionierte. Die stark naturverbundenen Schamanen traten in den Hintergrund. Für die Bauern war der regelmäßige Kalender wichtiger als ekstatische Begegnungen von Schamanen mit Geistern und die neuen Priester verstanden es, die jahreszeitlichen Feste in einen sakralen Kontext einzukleiden (Erntedankfest etc.). Gleichzeitig entwickelte sich ein dualistisches Weltbild. Es gab ein Kulturland und jenseits davon die Wildnis, wo wilde Tiere und auch wilde Menschen lebten, vermutlich die letzten Sammler und Jäger, die diese Unterscheidung nicht kannten.
Bei den Kelten waren Bäume, insb. die Eiche noch heilig. Die keltischen Schamanen, Druiden genannt, leiten sich ab von "dru" oder "der", uralte Bezeichnungen für Baum (protoindoeurop. drhi = tragen, engl. tree, bei uns in z.B. Wacholder, Flieder). Die Germanen, bei denen die Buche heilig war, weissagten mit Stäbchen, die sie aus Buchenzweigen schnitten und in die sie Symbole (Runen) einritzten, das Wort Buchstabe kommt davon (das engl. write kommt auch vom Ritzen). Diese Naturbezüge verloren sich mit der Zeit oder erstarrten in bloßen Ritualen (bis heute gibt es am Land Maibäume).

Der Wald wird zum Forst

Durch die Zunahme der Bevölkerungsdichte seit der neolithischen Revolution litt der Wald immer stärker, nur 21% der heutigen Wälder der Erde sind unberührte Urwälder. Heute gibt es bei uns zwar noch viele Wälder (32% der Fläche Deutschlands, ca. 33% der von der Schweiz und sogar 48% der von Österreich), aber so gut wie keinen Urwald mehr. Unsere "Wälder" sind überwiegend Forste, forstwirtschaftlich genutzte Kulturlandschaften.
Einer der größten europäischen Urwälder, dessen Kerngebiet von ca. 500ha seit der letzten Eiszeit keine Axt mehr gesehen hat, ist übrigens das Wildnisgebiet Dürrenstein, südlich vom Lunzer See im südwestlichen Niederösterreich. Im Besitz der Rothschilds (die es aber nicht nutzten), dann von den Nazis unter Naturschutz gestellt, ist es seit 2017 UNESCO-Weltnaturerbe. Im Sommer 2020 war ich dort, hier mein Bericht darüber.

Durch Brandrodungen, Entnahme als Brenn- und Baumaterial wurden ganze Wälder vernichtet, eine kurze Erholungsphase für den Wald gab es nach dem 4.Jh. n. Chr., als zu den Zeiten der Völkerwanderung die Bevölkerungsdichte stark zurückging. Aber im Mittelalter ging es erst richtig los mit der Waldzerstörung, bedingt auch durch Glasereien, Köhlereien und den Schiffs- und Bergbau. Zur Verarmung der Wälder und ihrer Böden trug auch die Streunutzung der Bauern in den Ställen bei (Blätter und Nadeln aus dem Wald wurden als Einstreu in Viehställen verwendet). Von den mittelalterlichen Rodungen waren vor allem die fruchtbaren Laubwaldböden betroffen, so dass sich bereits damals der Nadelwaldanteil erhöhte. Fichten wurden (und werden heute noch) oft als Ersatz angepflanzt, da sie schnell wachsen, anspruchslos sind und sich Fichtenholz gut als Bau- und Konstruktionsholz eignet und einen hohen Brennwert hat.
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Fichtenaufforstung @stayoutoftherz

Heute hat die Fichte in Westdeutschland einen Anteil von über 30% an der Gesamtwaldfläche! Ohne menschlichen Eingriff würden dagegen wesentlich artenreichere Buchenmischwälder die Landschaft prägen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es riesige Kahlflächen durch die jahrhundertelange Übernutzung und nur anspruchslose Vegetation konnte sich in den nährstoffarmen Böden entwickeln; Laubbäume hatten keine Chance. Der geschwächte Wald konnte dem Druck der stark wachsenden Bevölkerung nicht standhalten.
Als eine große Holznot drohte, wurde man endlich wach und entwickelte die moderne Forst- und Waldwirtschaft - der Begriff der Nachhaltigkeit (man darf nicht mehr aus dem Wald entnehmen als nachwächst) wurde zur Doktrin erhoben. Zumindest in Europa, im Gebiet des Amazonasregenwaldes ist man 200 Jahre später immer noch nicht so weit...

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So sollte es überall sein: Mensch und Wald in Koexistenz @stayoutoftherz

Quellen:
https://www.sdw.de/waldwissen/oekosystem-wald/geschichte-des-waldes/index.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Waldes_in_Mitteleuropa#Die_W%C3%A4lder_in_Germanien
https://de.wikipedia.org/wiki/Stammesgeschichte_des_Menschen
https://de.wikipedia.org/wiki/Cro-Magnon-Mensch
https://www.spektrum.de/news/eiszeitmenschen-fackelten-europas-waelder-ab/1435589
https://de.wikipedia.org/wiki/Klimageschichte#Die_aktuelle_Warmzeit
https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantikum
https://de.wikipedia.org/wiki/Sesshaftigkeit
https://de.wikipedia.org/wiki/Wald
https://de.wikipedia.org/wiki/Forst
https://de.wikipedia.org/wiki/Fichtenholz
Buchtipp:
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https://www.thalia.at/shop/home/artikeldetails/ID143471429.html

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Ich habs mal kurz durchgeflogen, um zu sehen um was es da geht. Sagt dir evtl Erwin Thoma was? Der Beschäftigt sich auch seit vielen Jahrzehnten mit dem Wald und Holzthema. Er galt oder gilt noch immer als der damals jüngste Förster Österreichs.

Nein, kannte ich nicht. Danke für den Tipp. Diese Holzbauten von ihm sind toll, aber sicher nicht billig.
Mich interessieren vor allem die lebenden Bäume.

Er bringt in den Vorträgen sehr viel über die Intelligenz des Waldes. Über den Zusammenhalt dieser natürlichen Infrastruktur. Kennengelernt habe ich ihn über den KenFM Kanal. Von den Kosten her.. ich glaub ich hab da mal was mit 50k für 20m² Module gesehen, bin aber nicht ganz sicher.

Schöne Bilder 👍

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