Grundlagen der Medieninformatik

in #deutsch2 years ago

Wenn es etwas gibt, dass ich nicht kann, dann ist es Auswendig lernen. Wahrscheinlich wäre ich der schlechteste Medizinstudent den man sich vorstellen kann, mit BWL habe ich auch so meine Probleme. Musste vor einigen Semestern eine Prüfung schreiben und hab mit ach und krach meine 3,7 geschafft. Leider habe ich es verpeilt meinen letzten Drittversuch zu schaffen und musste in einen verwandten Studiengang wechseln. Leider muss man hier Kreativ sein und Auswendig lernen. Ich kotze alleine bei dem Gedanken aber was solls, irgendwie fehlt es an Content und so fülle ich es mit dem, was ich sowieso machen muss. Ich schreibe den Stoff für meine Klausur hier rein.


Grundbegriffe

Der ganze Kurs ist mehr oder weniger ein grober Überblick auf die Medieninformatik mit technischen Schwerpunkt. Zu beginn werden ein paar Grundbegriffe zu dem ganzen Thema behandelt.


Medium/Medien

Es gibt beim Medium/Medien - beide Begriffe werden hier relativ synonym verwendet - zwei Arten der Betrachtungsweise. Eine Technische und eine Kommunikationswissenschaftliche.

Technische Definition

Medien sind Mittel zur Speicherung, Verarbeitung und/oder Darstellung von Informationen. Bruns, Meyer-Wegener

Kommunikationswissenschaftliche Sicht

Als Medien bezeichne ich alle Materialitäten, die systematisch zu einer geregelten und gesellsachftlich relevanten semoitischen(bzw. symbolischen) Koppelung von lebenden Systemen genutzt werden können. Siegfried J. Schmidt

Man merkt mal wieder eines, technische Definitionen sind meiner Meinung nach schöner und verständlicher. In der Vorlesung gab es zwei Fragen, was bedeutet eigentlich Materialitäten(stoffliche Dinge) und Semoitik(Theorie vom Wesen der Entstehung und dem Gebrauch von Zeichen). Zum Glück wird der kommunikationswissenschaftliche Blickwinkel im lauf der Veranstaltung vernachlässigt.


Unterschiedliche Medientypen

Gesellschaftliche MedienTechnische Medien
Sichtweise der Kommunikationswissenschaft, Soziologie ect.Sichtweise der Informatik und Nachrichtentechnik
Ganzheitliche Betrachtung komplexer Kommunikationsformen z.B."Medium Zeitung"Betrachtung von (integrierbaren) Einzelmedien "Medium Text"
allgemeine Sichtweise: "Medium Internet"Spezieller: "Medium JPEG-Bild"

Medienkategorien

Interpersonale Kommunikation
Hierbei handelt es sich um die Kommunikation von Person zu Person, wobei die Anzahl der Empfänger genau bekannt ist.

  • Telefon
  • Brief
  • E-Mail(Wenn es kein SPAM ist)
  • Instant-Messaging-Dienste(Signal, Whatsapp, Telegram)

Massenmedien
Hierbei kommuniziert eine Person zu einer nicht genau definierten Masse. Hierbei handelt es sich um die klassischen meinungsbildenden Medien. Hierbei liegt die Kontrolle über den Inhalt der verbreiteten Informationen in der Hand weniger Medienschaffenden und ihrer Vorgesetzten. Meistens wird eine spezielle Leitlinie gefahren.

  • Fernsehen
  • Zeitungen
  • Nachrichten-Portale

Mischformen
Mischformen sind heute fast der Standard. Sie nehmen immer mehr zu und durchbrechen die klassische Aufteilung in zwei Medientypen. Hierbei kommuniziert eine einzelne Person sowohl zu einer bekannten Anzahl anderer Personen, als auch zu einer Masse.

  • Blogs mit Leserkommentaren
  • Internet-Foren
  • Soziale Netzwerke
  • Microblogging(Twitter)
  • Videoportale

Digitale Informationen fast Überall

In den letzten 20 Jahren sind immer mehr Alltagsgegenstände mit leistungsfähigen Computern ausgestattet worden, weshalb digitale Informationsverarbeitung inzwischen allgegenwärtig ist.

Hierbei redet man von zwei Erscheinungen:

  • Ubuquitous Computing(Allgegenwärtig)
  • Pervasive Computing(Durchdringend)

Drathlose Kommunikation ist allgegenwärtig, während man noch vor 10 Jahren für jede Interaktion mit einem datenverarbeitenden Gerät etwas miteinander verbinden musste, reicht es heute die beiden Informationsträger in einer bestimmten Region zu halten.

NahbereichMobilfunknetze
RIFD/NFCGSM/EDGE
Bluetooth3G/UMTS
WLAN4G/LTE

Digitale Medien

Grafiken, Fotos, Tonaufnahmen ...MultimediatechnologieDramatische Veränderung im Arbeitsablauf
alles digital darstellbare InformationenStandard-Computertechnik ersetzt Spezialgeräte(Ton-Studio)andere Abläufe in Medienunternehmen
sehr viele BitsSoftwarelösung ersetzt HardwarelösungenMedienverarbeitung als Alltagsphänomen außerhalb der Medienunternehmen

Benutzerbezogene Medien
PerzeptionsmediumRepräsentationsmediumPräsentationsmedium
Sinneswahrnehmung/Sinnesmodalität: Hören Sehen, FühlenCodierung der übertragenen Informationen(Text in Buchstaben nach ASCII-Code, formatierter Text/HTML, grafisches Bild)Hilfsmittel um Informationen Ein(Tastatur, Kamera, Mikrofon)- und Auszugeben(Papier, Bildschirm, Lautsprecher)
Fühlen als Medium: haptisches Feedback, Force Feedback (Game Controller)Medienpsychologie: Symbolsysteme enthalten Codes und Subcodes(Text, Bilder)
Verarbeitungsbezogene Medien
ÜbertragungsmediumInformationsaustauschmedium(z.b. LKW mit Festplatten)Speichermedium
Worauf wird übertragen(Koaxialkabel/Glasfaser/Luft)Welcher Träger zum Info-Austausch zwischen verschiedenen OrtenWorauf wird die Information gespeichert(Papier, CD, usw.)
Details zu technischen Daten der Übertragung(Bandbreite, Zeitverzögerung)Oberbegriff für bestimmte Speichermedien und Übertragungsmedien

Medieninformatik

Im engeren Sinn beschäftigt sich die Medieninformatik mit benutzerbezogenen Medientypen.

Medieninformatik ist die Anwendung und Erweiterung der Techniken der Informatik auf technische Medien mit dem Ziel der Unterstützung von menschlichen Kommunkationsprozessen, d.h. der Schaffung und Ergänzung von gesellschaftlichen Medien. Wikipedia

Die Medieninformatik geht von Perzeptionsmedien für Menschen aus und bezieht hierbei andere Medientypen in ein Gesamtsystem ein, um so eine Schnittstelle zwischen digitalen Informationen und dem Nutzer zu schaffen.

Hierfür ist eine interdisziplinäre Natur notwendig, welche Elemente der Informatik, Nachrichtentechnik, Psychologie, Gestaltung, Kommunikationswissenschaft und Ökonomie umfasst.


Multimedia

Unter Multimedia bezeichnet man Inhalte und Werke die aus mehreren digitalen Medien bestehen, hierfür können Text, Foto, Grafik, Animation, Audio und Video mit einbezogen werden. Wichtig ist, dass mindestens zwei Rezeptorklassen übermittelwerden. Deshalb versteht man unter Multimedia die multimodale Aggregationen digitaler Medien.

Geschichte:

  • 1945: Vision Memex Erweiterung menschlichen Geistes durch Computer, hierbei wurde zum erstenmal die Vision der heutigen WWW-Strukturen öffentlich publik gemacht
  • 1976: Multiple Media System: Projektvorschlag DARPA(Forschungseinrichtung US Armee)
  • 1985: Media Lab(Fakultät MIT)
  • 1989/93: World Wide Web und erster Browser
  • 1990: Apple Multimedia Lab
  • 1995: Multimedia Wort des Jahres
  • 2000: Praktisch alle neuen PCs haben Multimedia Ausstattung
  • 2003: Tragbare Multimedia-Geräte beginnen einen Massenmarkt zu bilden

Ungefähr 50 von 500 Folien sind hier zusammengefasst. Leider ist es ein großer Brocken der irgendwie abgearbeitet werden muss, also werde ich die Blockchain damit zuspamen.

Sort:  

Und jetzt sag mir doch mal einer Mädels stehen nicht auf sowas.

Haben sogar einen leichten Frauenüberschuss in den ersten Semestern - die brechen nur fast alle ab, sobald sie merken das man auch Programmieren muss, bzw. Spaß mit Datenbanken und Rechnerkommunikation hat.

Bei uns haben im Bachelor auch wahnsinnig viele unsere männlichen Mitstreiter aufgehört. Mathe und Programmieren in den ersten beiden Semestern war da für die meisten der Grund. Allerdings hatten wir auch nur knapp ein viertel Frauenanteil, was aber auch schon als recht hoch galt.

Sieht bei uns in der reinen Informatik so aus, in den Bindestrich-Informatikstudiengängen haben wir klassisch einen höheren Frauenanteil, aber auch höhere Abbrecherquoten.

In der Informatik fangen 80 an, 40 machen einen Abschluss. In der Medieninformatik sind es 60 Anfänger, davon machen 30 einen Abschluss, wobei gut 1/3 davon ehemalige Informatiker sind.

Und in der Wirtschaftsinformatik sind es 160 Leute, von denen etwa 30 einen Abschluss machen. Es ist immer wieder faszinierend, wie die Leute austicken, wenn sie merken das sie Programmieren müssen.

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