Zwischen „Kein Signal“ und Klarheit

Gestern Abend wollte ich einfach nur fernsehen. Ein ruhiger Moment, Sofa, Fernbedienung – und dann: Kein Signal.

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Vor etwa zwei Jahren hatte ich meinen Anschluss nach rund 15 Jahren von Vodafone zur Telekom gewechselt. Nicht aus Unzufriedenheit. Eher aus dem Gefühl heraus, mal wieder etwas zu verändern. Außerdem war die alte Hardware inzwischen in die Jahre gekommen – ein Austausch stand ohnehin an.

Früher lief bei mir alles über den Kabelanschluss. Nach dem Wechsel ging es mir nur noch um Telefon und Internet. Fernsehen wollte ich wieder über meine alte Satellitenschüssel empfangen. Das funktionierte auch – bis gestern.

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Ich nutze einen Hybrid-Anschluss, also DSL kombiniert mit Mobilfunk. Fällt DSL aus, springt 4G oder 5G ein. Eine gute Idee in der Theorie. In der Praxis komme ich damit auf rund 50 Mbit. Zuvor hatte ich 400 Mbit – ein Unterschied, den man deutlich merkt.

Früher brauchte ich hohe Upload-Geschwindigkeiten, heute eigentlich nicht mehr. Anfangs war die Umstellung spürbar. Doch wie so oft: Man gewöhnt sich. Und ehrlich gesagt – für meine heutigen Tätigkeiten reicht es.

Was mich allerdings bis heute stört, ist die Infrastruktur im Haus. Der Techniker aktivierte meinen Telekom-Anschluss im Flur – so wie es früher üblich war. Meine interne Verkabelung liegt jedoch im Wohnzimmer. Bauliche Veränderungen wollte ich vermeiden. Also kaufte ich einen zusätzlichen Repeater, baute eine WLAN-Brücke ins Wohnzimmer und verteile von dort wieder per Kabel in die anderen Räume.Eine Lösung, die funktioniert – aber sich nie richtig gut angefühlt hat.

Jetzt, nach dem „Kein Signal“-Moment, denke ich erneut über alles nach. Der Fehler an der Satellitenschüssel ist inzwischen gefunden: Ein defektes 2-fach-LNB. Nach dem Tauschen der Kabel läuft zumindest ein Kanal wieder. Also kein Drama – nur Technik.

Und doch bringt mich das Ganze ins Grübeln.

Was brauche ich eigentlich wirklich?

Reichen 100 Mbit? Vermutlich ja. Wenn sogar 50 Mbit funktionieren, wären 100 Mbit mehr als ausreichend. 1 Gbit klingt verlockend, aber brauche ich das? Wohl kaum. Festnetztelefon? Nutze ich praktisch nicht mehr. Kabel-TV? Wir schauen selten klassisches Fernsehen. Amazon Prime deckt vieles ab, und die Satellitenschüssel funktioniert ja grundsätzlich auch.

Am Ende bleibt eine einfache Erkenntnis: Eigentlich brauche ich nur stabiles Internet. Doch gibt es das überhaupt „nur“ – ohne Zusatzpakete, ohne unnötigen Ballast? Oder wäre es konsequenter, künftig alles über Mobilfunk oder eventuell Starlink zu regeln?

Ich habe versucht, die Vodafone-Hotline zu erreichen. Nach 20 Minuten Warteschleife habe ich aufgelegt. Manchmal ist ein persönliches Gespräch einfacher. Also werde ich wohl einen Vodafone-Shop besuchen.

Manchmal braucht es eben ein kleines „Kein Signal“, um sich selbst wieder klarer auszurichten.



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Wir haben eine Sat Schüssel und schauen über Sky. Mega stabil seit 12 Jahren, bis auf starke Regenfälle, da ist dann auch mal sendepause

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