Je digitaler unsere Welt wird, desto wertvoller wird das Echte.

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Warum sehnen sich Menschen in einer immer digitaleren Welt nach analogen Erlebnissen – und warum investieren sie gleichzeitig immer mehr Zeit in digitale Geschäftsmodelle?

Als ich diese Skulpturen am Eingang eines Musikvereins sah, kam mir ein Gedanke. Musik hat die Digitalisierung nicht nur überlebt – sie zeigt vielleicht sogar, worum es eigentlich geht. Wir können Millionen Lieder streamen und trotzdem berührt uns ein Livekonzert auf eine Weise, die keine Datei ersetzen kann. Vielleicht gilt das auch für vieles andere in unserem Leben.

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Moderne Materialien. Alte Kultur. Technik und Menschlichkeit nebeneinander.
Bild: @vanje

Heute Morgen las ich zwei Artikel direkt hintereinander. Im ersten ging es darum, dass die Generation Z offener über Geld spricht als frühere Generationen. Im zweiten wurde beschrieben, wie junge Menschen Geld damit verdienen, handgeschriebene Briefe und Postkarten im Abo zu verschicken.

Mein erster Gedanke war: Ist das nicht ein Widerspruch? Doch je länger ich darüber nachdachte, desto mehr fragte ich mich, ob der Widerspruch vielleicht gar nicht bei dieser Generation liegt, sondern in unserer Zeit.

Ein Bitcoin ist digital und trotzdem knapp. Ein handgeschriebener Brief ist analog und ebenfalls knapp, weil jede Zeile Zeit kostet. Der entscheidende Unterschied ist jedoch: Bitcoin und die Blockchain lösen ein technisches Problem – dezentrale, überprüfbare Eigentumsrechte. Ein Brief dagegen erfüllt ein emotionales Bedürfnis. Das eine ersetzt das andere nicht.

Wir digitalisieren alles, was sich digitalisieren lässt. Gleichzeitig gewinnen analoge Dinge an Wert, gerade weil sie seltener werden. Menschen kaufen längst nicht mehr nur Produkte, sondern auch Aufmerksamkeit, Zeit und Persönlichkeit. Blockchain steht ebenfalls für Authentizität – allerdings auf einer technischen Ebene. Ein handgeschriebener Brief steht für Authentizität auf einer menschlichen Ebene.

Vielleicht entwickeln sich nicht die Generationen widersprüchlich. Vielleicht ist es unsere Zeit. Je digitaler die Welt wird, desto größer scheint die Sehnsucht nach etwas, das sich nicht kopieren, automatisieren oder von einer KI erzeugen lässt.

Vielleicht liegt gerade darin kein Widerspruch, sondern ein Ausgleich.



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