Was, wenn der Stein der Weisen tatsächlich existieren würde?
Liebe Leser und Hobby-Alchemisten,
der Stein der Weisen (lat. Lapis philosophorum) ist ein zentraler Begriff der Alchemie. Er beschreibt eine Substanz, die unedle Metalle in Gold oder Silber verwandeln, aber auch Krankheiten heilen, verjüngen und das „niedere Selbst“ in ein höheres transformieren soll. Er symbolisiert den menschlichen Wunsch nach Vollkommenheit und Unsterblichkeit.
Ursprung
Den Legenden nach kam die Bezeichnung von Hermes Trismegistos, des mystischen Erfinders der Alchemie, der vor über 2500 Jahren seine Herstellungsformel auf einer Smaragdtafel festgehalten haben soll. Diese umfasst die Elemente Feuer, Wasser, Erde, Luft sowie Quecksilber, Schwefel und Salz. Im Mittelalter verbreitete sich die Idee des Steins als universelles Prinzip der Veredelung.
Äußere vs. innere Alchemie
Die Alchemie basiert auf einem animistischen Weltbild, in dem alles aus Geist, Seele und Körper besteht. Der Stein der Weisen symbolisiert sowohl die materielle als auch spirituelle Transmutation und gilt als Allheilmittel höchster Reinheit. Die „äußere Alchemie“ zielte auf die materielle Umwandlung in Gold, während die „innere Alchemie“ die spirituelle Läuterung des Alchemisten selbst anstrebte. Viele Alchemisten (und vor allem deren Sponsoren, nicht selten Adelige und Könige) konzentrierten sich auf Reichtum und Unsterblichkeit durch den äußeren Stein, während die innere Läuterung oft übersehen wurde.
Herstellung und Prozesse
Die Herstellung des Steins war als Opus magnum Teil des „alchemischen Werks“, das Stufen wie Kalzination, Solution, Putrefaktion, Sublimation etc. umfasste, um die Ausgangsmaterie (materia prima) zur höchsten Reinheit zu veredeln. Begriffe wie Spiritus vitrioli (Schwefelsäure) oder Spiritus salis (Salzsäure) beschrieben chemische Prozesse, die aber oft mit spirituellen Konzepten vermischt wurden. Laboratorium und Oratorium, also chemische und spirituelle Arbeit, existierten nebeneinander. „Roter Löwe“ oder „Weiße Tinktur“ bezeichneten Varianten des Steins der Weisen mit spezifischen Wirkungen. Paracelsus beschrieb Rezepte für trinkbares Gold, das als Allheilmittel galt.

MidJourney
Was sagt die Wissenschaft dazu?
Die alchemistische Metallumwandlung ist gemäß heutigen Wissens chemisch unmöglich, aber nicht ganz ausgeschlossen. Sie erfordert allerdings Kernreaktionen und enormen Aufwand. 1941 wurde tatsächlich durch Neutronenbeschuss Gold aus Quecksilber synthetisiert, aber die entstandenen Gold-Isotope waren radioaktiv und instabil. Das Quecksilber-Isotop ¹⁹⁸Hg (kommt zu ca. 10 % im natürlichen Quecksilber vor) kann durch Beschuss mit schnellen Neutronen ein Neutron verlieren und zerfällt dann zu ¹⁹⁷Au, dem einzig stabilen Gold-Isotop. In einem schnellen Brüter wäre das möglich, aber die Ausbeute wäre extrem gering. Die Kosten (inkl. der Aufreinigung) wären auf diesen Weise milliardenfach teurer als der Wert des Goldes. In einem Fusionsreaktor ginge das wesentlich besser, da dort hochenergetische schnelle Neutronen in großer Menge entstehen. Es gibt sogar schon ein Startup, Marathon Fusion, das sich dieser Goldherstellungsmethode widmet! Simulationen ergaben theoretisch 2–5 Tonnen Gold pro Gigawatt thermischer Leistung pro Jahr, und das als Nebenprodukt der Stromerzeugung! Nur schade, dass es noch keine kommerziell einsatzfähigen Fusionsreaktoren gibt, das wird noch bis ca. 2035 dauern! Dann könnte aber diese Methode der Goldherstellung eine drastische Auswirkung auf den Goldpreis haben!
Die Alchemie trug übrigens immerhin zur Entdeckung von Porzellan und Phosphor bei, war also nicht vollkommen unnütz.
Spekulation
Was aber, wenn diese gewaltigen Energiemengen nicht von einem Kernreaktor kommen, sondern in Form eines Meteoriten mit starker Neutronenstrahlung? Dieser Meteorit wäre dann de facto ein Stein der Weisen!
Dieser Idee hat sich der Schriftsteller Andreas Eschbach in seinem Roman "Teufelsgold" angenommen.
Zum Inhalt nur so viel: In Rückblenden wird geschildert, wie im Mittelalter jemand solch einen Meteoriten findet, ihn in eine Bleikiste verfrachtet, um die gefährliche Strahlung im Zaum zu halten und wie er eine Prozedur entwickelt, Quecksilber in Gold zu verwandeln. Doch dieses „Teufelsgold“ ist hochgefährlich (weil radioaktiv) und bringt nur Unglück und Tod denen, die es horten wollen. In der heutigen Zeitebene findet der Protagonist, ein Anlageberater und Erfolgs- bzw. Finanztrainer, durch Zufall ein altes Buch und kommt dem Stein der Weisen auf die Spur und seinem wahren Geheimnis: Der Schlüssel zu Unsterblichkeit und einer vollkommenen Existenz. Der Roman verbindet historische Alchemie-Mythen mit moderner Gier nach Reichtum und Unsterblichkeit. Ein spannende Lektüre und klare Leseempfehlung!
Wenn Ihr den Stein der Weisen nutzen könntet und unermesslich reich und auch unsterblich werden könntet, dafür aber alle Partner, Freunde und Bekannte aufgeben müsstet, würdet Ihr es tun?
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Stein_der_Weisen
https://www.wtamu.edu/~cbaird/sq/2014/05/02/can-gold-be-created-from-other-elements/
https://de.wikipedia.org/wiki/Teufelsgold

Das Buch habe ich auch vor paar Jahren gelesen. Hat mir gefallen! Überhaupt schreibt der Eschbach immer wieder ganz gut Bücher.
Den gibt es, er ist nur nicht das was einige Denken. 😆
Sehr mysteriös :)
Absolut 😊
The final question is scary and it made me think deeply.
It is, and so far none has answered it. Or people are not reading to the end. Or they don´t want to disclose the answer?
I mean, I knew people who chose money over their friends and families. It's scary because there are such people around us. Well, going back to the question, I will never choose the stone if it will cost all my relationship to my family and friends. I think my relationship is more valuable.
Ist sicherlich interessant - doch muss ich da gleich an die esoterischen Schwurbler denken die nach erfolgreichem drei-wöchigen Schamanen-Studium Experten sind. Auf Instagram macht sich der 'Professor Schwurbelstein' darüber lustig:
https://www.instagram.com/p/DSUp6s6DDxf/?img_index=1