Medikamente in der Notfallmedizin - Adenosin

Hallo Freunde,

ich schaue mir mal ein weiteres Notfallmedikament an, heute schauen wir uns einmal Adenosin näher an. In der Notfallrettung halten wir es in einem Ampularium mit 6mg Wirkstoff auf 2ml Flüssigkeit vor. Es ist ein Medikament der verwendet wird um Tachykardien zu behandeln, primär wenn sie durch eine Störung des AV bedingt sind. Also es ist eine Herzrhytmusstörung, die zu einem Puls im Bereich von 160 bis 200 Schlägen die Minute führen kann.

Adenosin wird nur im präklinischen und klinischen Bereich verwendet, wenn eine Reanimationsbereitschaft sichergestellt wird. Also effektiv wenn man auf der Intensivstation oder in einem Rettungswagen ist. Das Problem ist, wenn man das Adenosin zu hoch dosiert, kann es zur Asystole, also zum Herzstillstand führen.

Es wird schnell gegeben und wenn es gespült wird, also muss eine Infusion laufen. Adenosin wirkt sehr schnell, unter 10 Sekunden, was zur Folge hat, dass es schnell ans Herz kommen muss, damit es wirken kann. Initial wird es mit einem Bolus von 6mg schnell verabreicht, anschließend wird 1 bis 2 Minuten gewartet ob es eine Besserung der Tachykardie gibt. Ist dies nicht der Fall wird die Maßnahme bis zu zwei mal wiederholt. Wichtig dabei ist, dass eine dauerhafte EKG Kontrolle und die Option der Reanimationsbereitschaft gegeben sein muss.

Auch bei der Schwangerschaft, ist es abzuwägen, ob man Adenosin gibt, da es Auswirkungen auf den Fötus haben kann. Das gleiche gilt wenn gestillt wird, nach der Adenosingabe muss das Stillen abgestellt werden, da es sonst Auswirkungen auf das Baby haben kann und dort zu einer Bradykardie, also einem zu niedrigen Puls führen kann.

Wichtig ist, dass es eine ganze Reihe von Kontraindikationen gibt, so zum Beispiel den AV Block Grad 2 und Grad 3. Ein Sick-Sinus-Syndrom, bei dem der Sinus Konten der den Rhytmus des Herzen steuert nicht mehr richtig funktioniert. Ein Vorhofflimmern oder Vorhofflattern. Auch bei einer Hypotonie, also zu niedrigem Blutdruck oder einer kardiellen Dekompensation, ist von der Gabe abzusehen. Außerdem muss man natürlich von der Adenosingabe absehen, wenn eine Überreaktion z.b. einer Allergie, bekannt ist.

Wechselwirkungen hat man zum Beispiel mit Dipyridamol, einem Blutverdünner, aber auch einer Reihe von Betablockern, Digitalis, also dem klassischen Fingerhut der bei Herzinsuffizenz verabreicht wird und Verapamil, einem Medikament gegen Herzrhytmusstörugnen und Bluthochdruck. Die Wirkung wird eingeschränkt durch z.b. Koffein, also der Kaffee vor der Tachykardie ist eher ungünstig. Oder Aminophyllin, einem Medikament gegen Asthma und COPD.

Wenn man es dann doch einmal gibt, kann es eine Reihe von Nebenwirkungen geben, die wir bisher noch nichtt erwähnt hatten. Dazu gehören zum Beispiel Kopfschmerzen, Schwindel, Brustschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und vieles weiteres.

Adenosin ist ein Medikament, dass zwar eine gute und schnelle Wirkung hat, aber auch mit Vorsicht genossen werden sollte, da die Zahl der Wechselwirkungen beträchtlich ist und die Folgen wie eine Asystole etwas tötlich sein können.

In dem Sinne, gehabt euch wohl.



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