Katastrophensoziologie XXIII – Soziale Faktoren in der Krise?

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Hallo Freunde,

nachdem wir uns im letzten Post die Deutungshoheit angeschaut haben, schauen wir uns heute an welche sozialen Faktoren in der Krise mitspielen und wie das alles aus Sicht der Soziologie aussieht. Man darf nicht vergessen das soziale Faktoren eine große Auswirkung auf die Krisenbewältigung von Menschen haben. Man muss sagen das soziale Ungleichheit zu einer Ungleichheit in der Krisenbewältigung führt. Je ungleicher eine Gesellschaft ist, desto ungleicher sind auch die Folgen der Krise verteilt.

Notfälle und Krisen treffen nie einen leeren Raum, sie treffen immer auf einen sozial strukturierten Raum. Dieser soziale Raum bildet die Ausgangsbedingungen für eine Krise. Diese Ausgangsbedingungen sind immer wandelbar, da sie sozial konstruiert sind und somit auf Erwartungen aufbauen, die nicht immer fest sind. Diese Ausgangsbedingungen sind immer mit den Maßen der Vulnerabilität und der Resilienz beschreibbar. Damit ist gemeint das eine Gesellschaft durch ihre soziale Struktur entweder Verwundbar oder Widerstandsfähig wird. Ein Beispiel ist das Kurzarbeitergeld. Es ist ein Mittel zur Abfederung von Krisen und so um die Widerstandsfähigkeit zu steigern.

Wenn man sich die Resilienz genauer ansieht, dann muss man sie in zwei Aspekte teilen. Die Anpassung und die Anpassungsfähigkeit. Die Anpassung meint die Fähigkeit sich an eine konkrete neue Situation anzupassen. Also zum Beispiel an ein spezifisches Problem wie ein Lieferproblem. Bei der Anpassungsfähigkeit handelt es sich um die grundlegende Fähigkeit mit verschiedenen Problemen zurecht zu kommen, also der Anpassung an ein Spektrum von Krisen.

Wenn man sich nun Anschaut, dass die Gefahrenabwehr immer auf einen sozialen Raum trifft, dann haben die Entscheidungen der Gefahrenabwehr immer eine Auswirkung auf die Menschen und durch die ungleiche Verteilung der Vulnerabilität, müssen die Verantwortlichen dies berücksichtigen. Das Problem dabei ist, dass man im Umgang mit Katastrophen auch immer unterschiedliche Reaktionen führt, bedingt durch die ungleiche Verteilung der Vulnerabilität und so auch zu einer unterschiedlichen Akzeptanz von Abwehr-Maßnahmen, je mehr ein Mensch davon betroffen ist, desto weniger wird er sich mit den Maßnahmen abfinden.

So und damit haben wir das ganze Thema einmal durchgearbeitet. Ich dachte mir ich schreibe dazu mal eine Postreihe, da ich damit das Themengebiet noch einmal aufarbeiten kann. Was meint ihr dazu? Ist etwas von der Katastrophensoziologie bei euch hängen geblieben?



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