Katastrophensoziologie XVIII – Welche Rolle spielen Warnungen?
Hallo Freunde,
nachdem wir uns im letzten Post angeschaut haben welche Rolle die Vorbereitung auf eine Katastrophe spielt, schauen wir uns heute an welche Rolle die Warnung spielt und wie man eine Warnung am besten gestaltet, um eine Wirkung zu erzeugen. Das ganze kommt daher, dass zur Vorbereitung auch gehört, dass man eine Risikoanalyse durchführt, eine Phasenübergangs-Alarmierung durchführt. Dabei handelt es sich um eine Maßnahme, die zwischen der Planung einer Katastrophenvorbereitung und der Warnung besteht, die bei Aufkommen der Katastrophe passiert. Zum Beispiel wenn Starkregen gemeldet ist und Hochwasser möglich sind. Eine Warnung ist noch nicht notwendig, aber man müsste sich darauf vorbereiten eine Warnung auszusprechen. Anschließend gibt es noch die Warnung als Teil der Vorbereitung vor der Katastrophe.
Wenn man sich das Ziel einer Warnung und ihre Wirksamkeit anschaut, dann ist der Faktor zur Beurteilung der Wirkung wie sehr sie in der Lage ist die Gewarnten zu Schutzhandlungen zu initiieren. Dabei handelt es sich um eine Protectitve Action Initiation, PAI. Das Problem ist, dass es immer wieder zu Warnverzögerungen kommt. Zum Beispiel in Bezug auf die Gefahrendefinition, dass die Leute also nicht gewarnt werden, was für eine Gefährdung besteht, dazu besteht die Gefahr das die Warnung nicht die Informationen beinhaltet was für Vorbereitungen notwendig sind. Außerdem besteht die Gefahr das die Initiierung von Schutzverhalten nicht ermöglicht wird. Man kennt im letzten Fall das Phänomen des sogenannten Milling, also das es eine Warnung gibt, aber Aufgrund fehlender weiterer Bestätigungen zu lange gewartet wird und während man auf der Suche nach weiteren Informationen ist, wertvolle Zeit verloren geht. Dieses Jahr war die Sturzflut in Texas so ein Fall, bei dem die Verantwortlichen eines Sommercamps so lange auf eine Bestätigung der Gefahr gewartet haben, dass keine Maßnahmen getroffen werden konnten und dutzende Pfadfinderinnen ertrunken sind.
Eine Warnung sollte immer spezifisch, klar und erreichbar sein. Dabei gibt es eine Empfehlung nach dem US-amerikanischen Warnforscher Mileti. Diese Empfehlung sieht folgende Struktur vor:
1. Quelle
Wer gibt die Warnung aus. So zum Beispiel die Kommune, der Landkreis oder das Bundesland. Ein Aufbau könnte sein: Die Stadt Nürnberg warnt vor
2. Gefahr
Dabei geht es darum, die Gefahr die entsteht klar zu definieren. Zum Beispiel: Überschwemmungen
3. Personalisierung des Betroffenen Ortes
Hier geht es darum den Bereich der Gefährdung zu definieren. Zum Beispiel: im Bereich der Südstadt.
4. Konsequenzen
Hier geht es darum, welche Schäden durch die Gefährdung entstehen können. Zum Beispiel: Es besteht Gefahr zu ertrinken, dass Gebäude überflutet werden und Wasserschäden an der Infrastruktur entstehen.
5. Schutzhandlungen/Protective Action (PA)
Hier geht es darum, was man machen kann um sich und sein Eigentum zu schützen. Zum Beispiel: Schützen sie ihr Eigentum durch das Verlegen von Vermögenswerten in höhere Stockwerke und begeben sie sich in die sichereren Stadtteile.
6. Zeitlicher Abschluss der Schutzhandlungen/PA Completion Time
Hier geht es darum bis wann die Maßnahmen zu ergreifen sind. Zum Beispiel:
Sämtliche Maßnahmen sind bis zum 30.11.2025 18 Uhr zu ergreifen.
7. Auswirkung der Schutzhandlung auf die Gefahr
Hier geht es darum warum man die Schutzhandlungen vornehmen soll. Zum Beispiel:
Durch diese Maßnahmen können ihre Wertsachen und Sie die Gefährdung überstehen.
8. Ablauf der Nachricht
Hier geht es darum, bis wann die Warnung gültig ist, um zu verhindern das in zwei Wochen jemand über die Meldung stößt und sich in Sicherheit bringt. Zum Beispiel:
Diese Warnung ist bis zum 01.12.2025 0600 gültig.
Im nächsten Post schauen wir uns an, was High-Reliability-Organisationen sind und wie sie funktionieren. In dem Sinne, schönen Tag noch.