Katastrophensoziologie X – Wer trägt die Verantwortung für den Bevölkerungsschutz?
Hallo Freunde,
wenn man sich einmal anschaut wie Katastrophen ablaufen, dann wird von vielen erwartet, dass die Verantwortung für die Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz alleine bei den professionellen Organisationen liegt, dies ist jedoch weit ab der Realität. Es ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Jeder einzelne muss seinen Beitrag leisten und sich selbst soweit wie möglich vorbereiten.
Die Bevölkerung nimmt zwei Rollen gleichzeitig ein, zum einen geht es darum das die Bevölkerung das Objekt der Hilfeleistung ist, sie empfingt die Hilfe. Auf der anderen Seite ist sie auch Subjekt, also Akteur im Bevölkerungsschutz. Sie können die Rolle als Selbsthelfer einnehmen, indem sie sich selbst helfen, zum Beispiel beim Hochwasser das eigene Haus mit Sandsäcken sichern oder in der Pandemie genug Essen daheim haben um eine Quarantäne durchzuhalten, ohne das andere sie versorgen müssen. Außerdem kann die Bevölkerung die Rolle als Spontanhelfer einnehmen und so den professionellen Katastrophenschutz unterstützen. In der Katastrophe fehlt es oft an den Händen die handeln können und so bleibt nicht viel übrig, als zu schauen wo man Leute findet und da bietet sich die Bevölkerung an. Es gibt auch sehr viele die sich in so einer Lage freiwillig melden. Und zu guter Letzt als Spender. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie wichtig oft die Spenden in Großschadenslagen sind. Nicht unbedingt direkt Geld, aber wenn dann der Bäcker mit 1000 Semmeln kommt oder Harribo beim Ahrtalhochwasser auf einmal mit tausenden Gummibärchen kommt, bringt das verdammt viel. Und manchmal kommen sogar noch nützlichere Spenden, wenn dann auf einmal LKWs kommen, kann man das sich kaum vorstellen.
In der Vergangenheit hat man oft eine strikte Trennung zwischen der Bevölkerung und der professionellen Gefahrenabwehr. Die Trennung muss hinterfragt werden. In der akuten Katastrophe sind alle Betroffen. Die Bevölkerung ist klar, aber auf der anderen Seite sind viele Einsatzkräfte auch selbst Betroffene. Viele Einsatzkräfte leben selbst im Schadensgebiet. Bei der Evakuierung in Nürnberg hatten wir zum Beispiel viele Einsatzkräfte die im Evakuierungsgebiet leben und so kaum eine andere Wahl hatten als mit in den Einsatz zu gehen. Und die Einsatzkräfte sind auch selbst durch das Erleben betroffen, selbst wenn sie nicht dort leben. Es herrscht eine allgemeine Betroffenheit in der gesamten Bevölkerung, also auch bei Mitgliedern der Gefahrenabwehr, Institutionen und eben der Zivilbevölkerung.
So und nachdem wir uns einmal angesehen haben wer eigentlich im Bevölkerungsschutz eine Rolle spielt, schauen wir uns im nächsten Post einmal an welche Grade der Betroffenheit es gibt und welche Rolle diese Grade spielen.
Manchmal braucht man aber auch einfach Schutz vor der Bevölkerung!
Sorry für den Spaß. Schönes Wochenende dir Gewünscht Satren. LG Sascha :-)
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