Katastrophensoziologie III – Wie kann man eine Katastrophe messen?
Hallo Freunde,
es gibt verschiedene Formen wie man Krisen und Katastrophen vergleichen kann. Die verschiedenen wissenschaftlichen Richtungen gehen dabei in der Masse von zwei Definitionen aus. Einmal einer objektiven Definition und einer subjektiven Definition.
Bei der objektiven Definition eines Schadensereignisses, also einer Katastrophe oder Krise, geht man davon aus, dass man die Größe des Ausmaßes in Zahlen wiedergeben kann. Ein klassischer Fall dieser Wiedergabe ist zum Beispiel die Richterskala mit dem Erdbeben gemessen werden. Hierbei gibt es einen Spielraum zwischen 0 und 10, wobei ein Wert über 10 noch nie gemessen wurde. Der höchste je gemessene Wert war im 9er Bereich, da reden wir zum Beispiel über das Erdbeben 2011 im japanischen Ozean oder 2004 im indischen Ozean mit Folgen für Millionen Menschen. Bis zu einer Stärke von 5 entstehen oft keine Schäden, da die Erschütterungen zu gering sind. Ein Vergleich, der Wert 5 entspricht einer Explosion von mindestens 32.000 Tonnen TNT.
Eine andere objektive Messeinheit ist der wirtschaftliche Schaden der dabei entsteht. Hierbei wird geschaut welchen Wert die Gegenstände hatten, die zerstört wurden und was es kosten würde all dieses zu ersetzen. Dabei ist es schwierig einen genauen Wert zu nehmen, da viele Sachen nicht in Geld bemessen werden können. Zum Beispiel Menschenleben. Bei Menschenleben wird dann oft ein Wert erzeugt, der sich durch die Entschädigungszahlung an Hinterbliebenen orientiert.
Es gibt andere wissenschaftliche Schulen die von einem subjektiven Verständnis der schwere einer Krise oder Katastrophe ausgehen. Dies bedeutet, dass wir durch soziale Konstruktionen ein Verständnis dafür haben wie schlimm etwas ist. Wenn man es objektiv betrachtet ist Fast Food zum Beispiel schlimmer als jeder Terroranschlag. Es fordert ein Vielfaches der Toten. Jedoch haben wir ein soziales Verständnis, dass einen Toten durch Gewalt höher gewichtet, als einen Toten durch eine schlechte Ernährung.
Es gibt außerdem noch Schulen, die von einem integrativen Verständnis ausgehen. Dabei wird eine Wechselwirkung zwischen objektiven und subjektiven Definitionen ausgegangen, die sich gegenseitig bedingen. Also eine Flutkatastrophe kann man zum einen in einem objektiven Verständnis anhand der wirtschaftlichen Schäden messen, aber auch an einem subjektiven Faktor, wenn man sich anschaut wie viele Menschenleben dabei verloren wurden und wie viele Kulturgüter unwiederbringlich weg sind.
Im nächsten Post schauen wir uns dann einmal an wie eigentlich Lars Clausen vorgestellt hat, wie eine Krise abläuft und welche Rolle Experten und Laien darin spielen.
Wie ist den die Sache mit dem Arbeisspeicher gerade zu werten?
Wird das eine Krise oder eine Katastrophe?
Haste Gut geschrieben, wie immer!
Salve
Alucian