Katastrophensoziologie II – Was ist eine Katastrophe?

Hallo Freunde,

heute schauen wir uns einmal an was eigentlich Katastrophen, Krisen und Notfälle sind. Was die Soziologie dazu sagt und warum es eigentlich keine Naturkatastrophen gibt. Dies alles wird sich im Laufe des Posts ergeben. Ich werde hier nicht darauf eingehen können, falls es in dieser Serie Kommentare gibt, auf diese muss ich im Kommentarbereich eingehen, da diese Posts gerade beim Lernen auf eine Prüfung aus meinen Notizen heraus entstehen.

Wenn man sich die Begriffe von Schadens- und Gefahrenereignissen anschaut redet man immer wieder von Notfällen, Katastrophen, Krisen und das Ganze ist in verschiedensten Formen definiert. Aber es gibt auch Definitionen zu diesem Thema, die über Gesetze, Verordnungen, Lehrbüchern und DIN-Normen, die diese Begriffe definieren hinaus gehen. Um genau zu sein reden wir von der soziologischen Definition.

Die soziologische Definition schaut sich an, welche Auswirkung die jeweiligen Begriffe auf eine Gesellschaft und damit auf die einzelnen Menschen haben. Dabei geht es im Gegensatz zu den Definitionen zum Beispiel in Gesetzen eher um die soziale Auswirkung und keine festen Kennzahlen. So wird der Notfall als ein akutes kurzfristiges Gefahrenereignis definiert. Zum Beispiel ein Herzinfarkt ist ein Notfall für den Betroffenen. Es ist ein Gefahrenereignis, dass Lebensbedrohlich ist, aber sich relativ schnell erledigt. Entweder mit dem Tod des Betroffenen oder mit einer Behandlung im Laufe der nächsten Stunden. Eine Krise wiederrum wird auf das griechische Krisis zurückgeführt, was Entscheidung oder Wendepunkt bedeutet. Es kann zwar auch Streit, Urteil oder Unterscheidung bedeuten, aber die beiden ersten Definitionen treffen besser zu. Es handelt sich um einen Wendepunkt im Leben bei dem die bisherigen Erwartungen nicht mehr erfüllt werden können und dann kommt es entsprechend zur Erwartungsenttäuschung, die wir aus dem letzten Post schon kennen. Die Krise ist schleichender und weniger akut als das nächste Thema, die Katastrophe. Jedoch langwieriger als der Notfall. Die Katastrophe ist ähnlich eines Notfalls ein Gefahrenereignis, das jedoch zu einem extrem vernetzten, extrem beschleunigten, extrem magisiertem sozialen Wandel führen. Dabei ist gemeint, dass in kürzester Zeit alles was wir als Gesellschaft kennen nicht mehr gilt. Es ist wie eine Krise, nur mit einem Katalysator. Die Krise dauert an und hat oft keinen existenzvernichtenden Auslöser. Zum Beispiel eine Wirtschaftskrise bedroht nicht akut das eigene Leben, aber die Auswirkungen treffen nach und nach einen Menschen.

Im nächsten Post schauen wir uns dann einmal an welche wissenschaftlichen Richtungen es dann gibt um Katastrophen zu vergleichen. Dabei wird es um objektive und subjektive Größenordnungen gehen. In dem Sinne, einen schönen Tag noch.



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