Wie viele Geschlechter gibt es eigentlich?

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Die Welt ist voller spannender Fragen, aber leider sind viele um ihre Beantwortung ringende Debatten derartig emotional aufgeladen, dass eine sachliche, auf Erkenntnisgewinn ausgerichtete Diskussion kaum noch möglich ist - an deren Stelle dann erbitterte Kämpfe um die Deutungshoheit, Rechthaberei und das Bestreben, alle mit nicht der eigenen entsprechenden Meinung als unwissend darzustellen und lächerlich zu machen, treten.

Typische Beispiele kaum noch diskutierbarer Themen sind der Klimawandel (Wie hoch ist der menschliche Einfluss? Wie genau wirkt er sich auf unsere Lebensqualität aus?) oder COVID-19 (die Menschheit bedrohende Pandemie oder doch nur eine harmlose Grippe?). Und nein, zu beidem schreibe ich an dieser Stelle nichts! :-)

Mein heutiges Thema ist die heiß umstrittene mögliche Anzahl menschlicher Geschlechter. Auch hier lässt die Diskussionskultur des Homo sapiens sehr zu wünschen übrig:

Einerseits werden selbst Biologen (also Menschen, die sich mit dem Thema auskennen sollten) von Shitstorms überzogen, sobald sie sich für die Existenz nur zweier biologischer Geschlechter aussprechen (ein Interview mit der Doktorandin Marie-Luise Vollbrecht diene als Beispiel). Andererseits halten auch viele Befürworter der Zwei-Geschlechter-These offenbar nicht viel von zivilisierten Umgangsformen:



Mich interessiert weniger, wer in diesem beinahe religiösen Glaubenskrieg die Oberhand behält. Mich interessiert: Wie ist es tatsächlich? Ich möchte die faszinierenden biologischen Vorgänge beleuchten, welche der Geschlechtsdeterminierung zugrunde liegen.

Das Thema umfasst zwei unterschiedliche Dimensionen,

Ich beschäftige mich mit b). Wie viele Geschlechter der geneigte Leser daraus letztlich ableitet, bleibt ihm überlassen.

Fangen wir also an:



Normalerweise bestimmt die Gonosomenkombination das Geschlecht (XX oder XY).

Beim Menschen gibt es in der Tat nur zwei verschiedene Arten von Gonosomen (Geschlechtschromosomen): X und Y.

  • Eine typische Frau besitzt die Gonosomenkombination XX (ein X stammt von ihrer Mutter, ein X von ihrem Vater). Sie ist bezogen auf ihr Geschlechtschromosomenpaar homozygot (reinerbig).

  • Ein typischer Mann besitzt die Gonosomenkombination XY (das X stammt von seiner Mutter, das Y von seinem Vater). Er ist bezogen auf sein Geschlechtschromosomenpaar heterozygot (mischerbig).



Beispiele für anomale Gonosomenkombinationen.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Anomalien. Einige ausgewählte Beispiele:

  • Turner-Syndrom; Gonosomenkombination X0 (fehlendes zweites Geschlechtschromosom).
    Merkmale: weibliche Konstitution, Kleinwüchsigkeit, funktionslose Geschlechtsorgane.

  • Klinefelter-Syndrom; Gonosomenkombination XXY (zusätzliches X-Chromosom).
    Merkmale: männlich ausgeprägte sekundäre Geschlechtsmerkmale, aber die Betroffenen haben eunuchoide Züge mit hoher Stimme und geringem Bartwuchs.

  • XYY-Typ; Gonosomenkombination XYY (zusätzliches Y-Chromosom).
    Merkmale: männlich, keine phänotypischen Anomalien.

Das Fehlen bzw. die Überzähligkeit von Geschlechtschromosomen können durch Fehler in der Meiose verursacht werden (eigene Grafiken):



Bei der Befruchtung können solche anomalen Eizellen oder Spermien zu diversen untypischen Genotypen führen.

Trifft z. B. ein XY-Spermium auf eine XX-Eizelle, entsteht der XXXY-Genotyp. Trifft ein Y-Spermium auf eine Eizelle ohne Geschlechtschromosom (0), entsteht der nicht lebensfähige Genotyp Y0 - usw.

Hoffentlich interessant für euch, liebe Leser, aber lasst uns diese neuen Erkenntnisse mit dem Titel des Posts verknüpfen: Was bedeutet das für die Anzahl vorhandener biologischer Geschlechter?

Unabhängig vom Vorhandensein zahlreicher möglicher Gonosomenkombinationen könnte man sich bis hierhin an die Faustregel halten "Weist ein Individuum mindestens ein Y-Chromosom pro Zelle auf, handelt es sich um einen Mann, ist keines vorhanden, ist es eine Frau."

Bevor ich zeige, weshalb die Geschlechtsbestimmung dennoch nicht immer so einfach ist, zunächst ein kurzer Exkurs in die Geschlechtsentwicklung des Menschen:



Wie bewirken die Gonosomenkombinationen XY bzw. XX die Entwicklung zu Mann oder Frau?

Die Gonaden (Keimdrüsen: Hoden und Eierstöcke/Ovarien) sind im frühembryonalen Zustand noch nicht geschlechtlich differenziert (Urgonaden).

  • Das SRY-Gen auf dem Y-Chromosom (XY-Typ, männlich) bewirkt die Produktion eines Botenstoffs (Hoden-determinierender Faktor), der die Urgonaden zur Bildung von Hodengewebe (männlichen Gonaden) anregt.

  • Fehlt das Y-Chromosom (XX-Typ, weiblich), so ist der Hoden-determinierende Faktor nicht vorhanden und die Urgonaden entwickeln sich automatisch zu Ovarien (weiblichen Gonaden).

Die im Falle des Mannes entstehenden Hoden produzieren das Hormon Testosteron, das in den Blutkreislauf gelangt, von den Rezeptoren seiner Zielzellen aufgenommen wird und dort für die Ausbildung weiterer primärer (Penis) und sekundärer (ab der Pubertät z. B. Bartwuchs, tiefere Stimme, verstärktes Muskelwachstum) männlicher Geschlechtsmerkmale sorgt.

Dabei kann es jedoch zu Störungen kommen:



Wie entstehen Hermaphrodite (Scheinzwitter)?

Zum Androgeninsensitivitätssyndrom (AIS) kommt es durch Störungen nach der Befruchtung, wenn beim XY-Typ der Rezeptor (die Andockstelle) für das männliche Sexualhormon Testosteron aufgrund einer genetischen Mutation nicht funktionsfähig ist. Es werden dann zwar Testosteron-produzierende Hoden gebildet, aber das Hormon zeigt keine Wirkung im Körper, da es von den Zellen nicht aufgenommen werden kann. Ein vom Syndrom Betroffener hat dann zwar Hoden, wobei jedoch die übrigen Geschlechtsmerkmale und der Körperbau weiblich ausgeprägt sind.

Für die erbittert streitenden Verfechter nur zweier oder mehrerer Geschlechter wäre jetzt die spannende Frage, als was ein solcher Mensch eingeordnet werden sollte? Ich persönlich interessiere mich glücklicherweise mehr dafür, was es in der Natur so alles gibt, als für den ideologischen, in Politik und sozialen Netzwerken tobenden Geschlechterstreit. :-)

Es gibt aber noch ein weiteres Beispiel, das zeigt, wie komplex das Thema und wie schwierig, die im Titel gestellte Frage aus objektiver Sicht zu beantworten ist:



Wie entstehen menschliche Intersexe (Zwitter/Chimären/Mosaike)?

Beim Menschen sehr seltene Intersexe können sowohl männliche als auch weibliche Gonaden (Hoden und Ovarien) haben. Sie entstehen ...

  • a) durch Doppelbefruchtung, wenn neben der Eizelle auch ein Polkörper (Richtungskörperchen) befruchtet wird. Bei Befruchtung der einen Zelle mit einem X-Spermium und der anderen Zelle mit einem Y-Spermium entstehen homozygote (XX) und heterozygote (XY) Zellen, was durch Zellteilungen zur gleichzeitigen Ausbildung von männlichen und weiblichen Körperzellen sowie Ovarien und Hoden führen kann.

Bildung von vier haploiden Zellen, in
der Telophase II der Meiose, wobei die
drei Polkörper normalerweise absterben.


  • b) wenn sich das mütterliche Erbgut vor der Befruchtung verdoppelt und dann mit X- und Y-Spermien fusioniert (Endoduplikation).

  • Während bei a) und b) ZWEI befruchtete Zellen fusionieren, was zu sogenannten Chimären führt, können - c) - durch Mutationen oder Chromosomenfehlverteilungen während der Zellteilung EINER einzelnen Zygote Mosaike entstehen. Ein Beispiel wäre ein XY/X0-Mosaik, bei dem in einigen Zelllinien das Y-Chromosom verloren ging.


In beiden Fällen ist es nicht leicht, zu entscheiden, ob solche Intersexe nun ein 'drittes Geschlecht' darstellen oder überhaupt keinem Geschlecht zuordenbar seien. Aber ist das überhaupt so wichtig? Interessant ist doch letztlich vor allem, dass es sie - wenn auch sehr selten - gibt, und zu wissen, warum!

In verbittert geführten (ja leider - meiner 'frevelhaften' Aussagen wegen wurde ich sogar blockiert) Diskussionen auf "X" wies man mich rüde darauf hin, in Intersexen überwöge stets eine Zellart (männlich oder weiblich), womit jeder Intersexe eben doch eindeutig einem Geschlecht zuordenbar sei.
Nun, erstens stört es mich nicht, wenn jemand unbedingt auf Biegen und Brechen an der Zwei-Geschlechter-These festhalten will (seine Sache; mir ist es nicht wichtig, darauf zu beharren, es gebe mehr als zwei Geschlechter) und zweitens ist es nach allen mir zur Verfügung stehenden Quellen eben nicht der Fall, dass stets zwingend eine Zellart überwiegen muss: Es gibt kein biologisches Gesetz, das verlangt, dass immer eine Linie "gewinnt". So betont beispielsweise die Publikation "46,XX/46,XY Chimerism & Human Sexual Development" von Jason W. Tate, Bruce F. O’Hara und Sainan Wei, dass "There is a large amount of phenotypic variability among 46,XX/46,XY chimeric individuals."

Andererseits müsste aber auch das Verhältnis männlicher zu weiblicher Zellen von exakt 50 zu 50 nicht unbedingt zu einem intersexuellen Phänotyp führen, da auch dann in bestimmten Geweben XX-Zellen, in anderen XY-Zellen überwiegen könnten. So verweisen Paul A James, Katherine Rose, David Francis und Fiona Norris im Artikel "High-level 46XX/46XY chimerism without clinical effect in a healthy multiparous female" auf eine Person, die trotz ausgeprägtem Chimärismus den Phänotyp einer gesunden Frau aufwies und zwei Töchter zur Welt brachte.

Wie viele Geschlechter gibt es also nun? Ich würde wohl sagen: Biologisch betrachtet ist die Antwort nicht "Zwei!" oder "Drei!", sondern: "Die Natur kennt ein Spektrum. Die meisten Menschen lassen sich klar als männlich oder weiblich einordnen, aber es gibt seltene, natürliche Varianten, die zeigen, dass Geschlecht kein binärer Schalter, sondern ein komplexes Zusammenspiel von Genen, Hormonen und Entwicklung ist."

Welche Antworten gebt ihr?



Faszinierende Arten der Geschlechtsdetermination im Tierreich.

Bei uns Menschen wird das Geschlecht, wie beschrieben, genotypisch determiniert, was auch für die meisten anderen Wirbeltiere gilt.

Interessanterweise sind übrigens (z. B.) bei Vögeln, einigen Reptilien, Fischen und Insekten die Männchen homozygot, ZZ, die Weibchen heterozygot (bzw. hemizygot), ZW.

Neben der genotypischen gibt es die modifikatorische (phänotypische) Geschlechtsdetermination, bei der das Geschlecht nicht durch den Genotyp, sondern Umweltfaktoren bestimmt wird. Ich begnüge mich an dieser Stelle mit drei Beispielen:

  • Bei einigen Reptilien (z. B. Krokodilen, Eidechsen, Meeresschildkröten) wird das Geschlecht durch die Ausbrütetemperatur der Eier beeinflusst.


  • Anemonenfische (auch Clownfische genannt) der Gattung Amphiprion werden als Männchen geboren, können sich jedoch in hohem Alter in Weibchen umwandeln. Der älteste Fisch einer Schar ist stets ein Weibchen, das mit mehreren Männchen zusammenlebt. Stirbt das Weibchen, wandelt sich das stärkste Männchen in ein Weibchen um.


  • Beim 'Grünen Igelwurm' (Bonellia viridis) entwickeln sich aus befruchteten Eiern (Zygoten) geschlechtlich nicht festgelegte Larven (Jugendstadien). Nun gibt es zwei Möglichkeiten:

    (a) Findet die Larve einen adulten weiblichen Wurm, setzt sie sich an dessen "Rüssel" (Prostomium) und metamorphosiert unter dem Einfluss des vom Prostomium abgegebenen grünen Porphyrin-Pigments Bonellin zu einem Männchen.

    (b) Bleibt die Larve freilebend im Wasser, entwickelt sie sich wegen Fehlens des Bonellins zu einem Weibchen.



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So one thing that I learned that could explain the mix, one thing is sex , the other is gender. Sex will always be between male and female, like biological traits. While gender could be affected more by social and cultural aspects. The text cites also animals that can change their sex biologically, but in the case of humanity, that isn't possible and if I remember well, in no mammals.
In my opinion, what I like to think is that one is biologically driven and the other is just social and cultural, which I admit that some of them are cloudy for my brain a bit but if someone wants to say that they fell like an "unicorn," who am I to impose the contrary? I am just not much in favour of admitting permanent changes in kids that can change their opinion when they are older.

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Thank you for your thoughtful comment!

Regarding your note about animals: You are right – in mammals (including humans), there is no natural sex change like in some fish. However, what my post aimed to highlight is the innate biological variations (such as XX/XY chimerism or androgen insensitivity syndrome) that demonstrate that even "biological sex" is not an absolutely binary switch.

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Es gibt genau 2 Geschlechter, und diese extrem seltenen Formen von Chimärismus machen kein drittes Geschlecht aus, sondern diese Individuen sind gemischt-geschlechtlich, wie wir es ja auch von vielen Pflanzen kennen.
"Gender" ist ein soziales Konstrukt, das jeder haben kann, wie es ihm oder ihr beliebt und das - soferne es einen Leidensdruck erzeugt - eher in eine ICD-10-Liste gehört als in eine breite öffentliche Diskussion.

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Zunächst einmal spielt es für die Bewertung keinerlei Rolle, ob es selten ist oder nicht. So sind vielleicht etwas 0,00003 % aller Menschen Milliardäre (prozentual weniger als Intersexe). Niemand käme aber auf die Idee zu sagen, es gebe eigentlich keine Milliardäre, weil sie ja so selten seien. :)

Ein Intersexe mit entsprechend verteilten XX- und XY-Zellen (+ Hormonverteilung etc.) ist nun mal definitiv weder Mann noch Frau. Natürlich kann man sich auf den Standpunkt stellen, seine jeweiligen Zellen seien stets einem der beiden Geschlechter zuordenbar. Man könnte aber auch sagen, wenn bei der Mischung von Rot und Gelb Orange entstünde, sei das eine völlig neue Farbe, auch wenn sie auf der Mischung bereits vorhandener Farben basiere (metaphorisch gemeint).

Auch im Falle des Androgeninsensitivitätssyndroms - XY-Genotyp, Hoden, aber ansonsten weibliche Geschlechtsmerkmale - halte ich eine Einteilung ins klassische Mann-Frau-Schema für schwierig bis unmöglich.

Und jetzt nimm mal zum Vergleich die Blutgruppen: A, B, AB, 0. Da würdest du vermutlich auch nicht sagen, AB sei keine Blutgruppe, denn es gebe ja nur die zwei Merkmale A und B; AB sei eine Mischung und 0 ebenfalls keine eigenständige Blutgruppe, sondern nur das Fehlen von A und B. Na ja, du könntest es sagen, aber es wäre eine Auslegung neben der offiziellen. Für mich ist es viel wichtiger, die Zusammenhänge zu verstehen, als mich auf eine Zahl festzulegen und die erbittert zu verteidigen.

P. S.: Mir kam noch folgender Gedanke: Du sagst, diese Individuen seien "gemischt-geschlechtlich". Ist nicht genau das der Punkt? Die eigentliche Frage ist ja nicht, ob wir sie "drittes Geschlecht" nennen oder nicht, sondern ob das binäre System (Mann/Frau) ausreicht, um sie zu beschreiben ...

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Ja, man kann viele Beispiele anführen, die die eine oder andere Sichtweise unterstützen. Der Punkt ist, es gibt eben zwei Maximalausprägungen und Fälle, die dazwischen liegen, wie auf einer Schnur, wo die meisten Punkte bei eins oder zwei liegen (die beiden Geschlechter) und einige wenige dazwischen. Mir ist es auch egal, wie diese Fälle genannt werden, aber sie stehen notwendigerweise nicht außerhalb von der Strecke 1-2, daher wie auch immer man sie benennt, es besteht keine Notwendigkeit, dafür ein drittes Geschlecht zu definieren!

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Ja, in dem Punkt stimme ich zu: Wie auch immer man die Gonosomen mischt, es kommt nichts vollständig Neues dabei heraus, also z. B. keine irgendwie komplett neuartigen Geschlechtsorgane. :)
(Allerdings gibt's bei den Blutgruppen A, B, AB und 0 letztlich auch nur zwei wirklich verschiedene Ausprägungen, aus denen man dann - je nach Mischung - vier verschiedene Gruppen macht; sowas ist also letztlich immer auch Definitionssache. Man könnte durchaus mit einer gewissen Berechtigung, wie bei den Geschlechtern, auch sagen "Ja, eigentlich gibt's nur zwei, deren Merkmale halt unterschiedlich miteinander vermixt sein können.")

Und nein, aus meiner Sicht besteht auch keine Notwendigkeit, ein drittes oder sogar noch weitere Geschlechter zu definieren.

Allerdings sehe ich auch keine Notwendigkeit, z. B. einem Intersexe mit männlichen UND weiblichen Gonaden unbedingt das Etikett 'Mann' oder 'Frau' aufdrücken zu müssen, nur damit alles seine Ordnung hat und ins Schema passt. :)

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Wow, that's a blog :)

I think some people in my country should read your blog. There is an insistence here that gender is binary--either male or female. Passports, for example, must reflect gender at birth. Well, what is that for some people? Not so clear. Gender in my country, becomes a matter of bureaucracy, not biology.

Fascinating blog. I did use a translator for some of it:)

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I think it's a really facinating matter, but unfortunately people are using the topic as another battle field, arguing fiercely about the "only correct definition" instead to focus on understanding what nature is creating...

I did use a translator for some of it

Yes, I guess this post is not always easy to read. In these times of AI I decided to stopp making translations of my articles because that was partly so time consuming that it prevented me from posting at all in the end. :)

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I love translating, but of course much of this vocabulary was unfamiliar to me because I don't read much (in German) about meiosis, and other reproductive technicalities. :) Fascinating, though. When I took German in college I think I astonished my professors sometimes by my translation exercises. This combined not only my joy in deciphering German, but my delight in using the English language. I would spend a great deal of time in working out just the right wording that captured not only word-for-word translation, but the spirit of the piece.

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...oder darüber gestritten wird, wer welche Umkleidekabine benutzen darf,...

Wouldn't it be much more simple even efficient if there's no separation for the rest room to start with?
Regardless the topic about the 3rd gender (or more), there are always so many heated debates about what to do if a Dad going out with his daughter or a Mom with her son and the kids need a toilet.
It's always the arguments whether we should prioritize convenience, sense of propriety or safety.
Here in the Philippines and some other popular places in Indonesia as well, I have found non-biased gender toilet like this one:

1000167112.jpg

1000167114.jpg

With those kind of arrangement, we could spare the energy and time from unnecessary disputes in this aspect ☺️.
It's even more cost effective, right 😀?!

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Auch wenn dieser gesellschaftliche Aspekt eigentlich nicht mein Thema war: Sehr gut! Allerdings betrifft das Problem nicht nur Toiletten, sondern auch z. B. nach dem Sport genutzte Umkleidekabinen ...

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Sehr interessantes article/blog!

We deal with what we humans do all the time to simplify the world so that most of us can make sense of it. The two gender setup is part of this. But as you pointed out, from a biological point of view, this isn't two but a whole spectrum. But how should we deal with this whenever we want to categprise? Perhaps we shall leave categorisation to gender, stop doing so. It is quite an intesting question to try and answer what the result of such will be, when none of us is known in any system and/or in our own ID/Passport to be a male/female or something else, but just 'a human'. That said, clasification to be human is under presure or will be under pressure as well. With brain machine interfaces incoming, I am pretty sure we'll see a marge of human and machine in all shapes and forms. And what about an AI that is super intelligent and behaves like a human, in all aspects? Very very interesting topic you brought forward leading to even more questions 😉

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Thanks for your thoughtful comment! You are right: categorization helps us navigate the world, but it can oversimplify complex realities. The idea of 'just human' on IDs is interesting. At least for me it doesn't matter to see my sex on my passport (actually, in terms of complete freedom I would not even need a passport, but that is another story).

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True and agree regarding oversimplification.

Question is when we categorise humans in genders, should this just be on biological elements or does the mind also play a role? I know, the latter you didn't debate in our article. Anyways, the question on genderification administration starts with the why. Why do we want to classify humans in genders? I think those who drive gender recording shall have a close look towards this topic. Perhaps some form of public debates and decision making shall be made. In my country the concept of citizen council is used more often these days, especially for topics with the difficulty of this one. For now the results of such citizen council is an advise to politicians, but I think this should become less advisory, more decision. Under the condition that the citizen coucil works, ie also get exposed to right experts, when needed even from different areas and even with different view points.

No ID: that is another interesting topic. Also in the grey zone. Like all these type of topics are, every outcome and decision has its (objective) pro's and con's for the individual, the neighbourhood, the town/city and the larger society.

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These are interesting and absolutely legitimate questions: Should 'mind' be considered when determining sex? And why do we categorize humans at all?

Regarding the mind's role, the problem is that biological markers are (mostly) objectively verifiable, while internal identity is subjective and hard to assess externally. That's not necessarily an argument against considering it – but it does raise practical questions, especially in contexts where verification matters (like competitive sports).

Perhaps the solution isn't "biology OR identity", but context-specific approaches? For example, medical or sports contexts may need biological data; social contexts may prioritize self-identification.

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Perhaps the solution isn't "biology OR identity", but context-specific approaches?

That is a great way of looking at things. Indeed, for sports, biological markers may need to be used. For other topics, self-identification may indeed be the way forward. You got me in thinking mode with some great perspectives. Thanks for that!

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You are very welcome! If my post made some people think, that's the best I could hope for. :)

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male or female. there are only 2 options. :)

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Ok, then what about intersex people with both XX and XY cells (as described in my article)? Are they "male" or "female"?

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hmmmmmm, i guess they are the exception to that. but call me old fashioned.. :P

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Haha, billionaires are exceptions too, but that doesn't mean they don't exist!
Don't worry: I didn't come to change your worldview. :-)

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Diese mutmaßlich binären Diskussionen sind echt zu einem Problem ausgeartet. Das Thema finde ich persönlich schon spannend und ich finde wir müssen auch wieder lernen diese Diskussionen zu führen. Aber in deinem Post geht es dir ja nicht darum und das ist natürlich voll ok.
Beim Lesen habe ich ja etwas Biologiestudiumflashbacks bekommen. 🤣
Mich würde mal interessieren, wie Geschlecht überhaupt definiert wird bzw. definiert werden kann. Da sollte es Definitionen zu geben. So wie es beispielsweise beim Artbegriff der Fall ist und das Thema hat ja auch irgendwie damit zu tun.

PS: Übrigens erinnert mich deine ein wenig Herangehensweise Prof Riek. Er nimmt gerne den Bias aus Diskussionen, indem er dann zum Beispiel nur noch von A und B spricht.

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Genau wie beim Artbegriff gibt es auch für das "Geschlecht" keine einzelne, universelle Definition, die alle Fälle abdeckt. Biologen arbeiten hier oft mit operationalen Definitionen, je nach Kontext:

Chromosomal: XX vs. XY (aber was ist mit XX/XY-Chimären?)
Gonadal: Eierstöcke vs. Hoden (aber was ist mit Ovotestes?)
Hormonell: Östrogen- vs. Testosteron-Dominanz (aber was ist mit AIS?)
Phänotypisch: Äußere/innere Geschlechtsmerkmale (aber was ist mit Intersex-Varianten?)

Die "einfachste" Definition wäre vielleicht: "Geschlecht = potenzielle reproduktive Rolle (Eizelle/Spermien)" – aber selbst die hat Ausnahmen (Infertilität).

Richtig: neutrale Kategorien (z. B. A/B statt "männlich/weiblich") helfen oft, ideologische Vorannahmen auszuklammern und sich auf die Fakten zu konzentrieren (was auch mein Bestreben war).

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Typisch, wie Klimadebatten oft nur noch in Deutungshoheit zersplittern.

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Interessanter Artikel, den ich gestern gelesen habe, der mich jedoch nicht zur Ruhe kommen lies. Bisher gab es für mich zwei Geschlechter und natürlich wenige, die gemischt sind - einfach ausgedrückt. Ich habe mich auch noch nie mit dem Thema beschäftigt. Im Grunde darf jeder sein wie er will oder wie er sich fühlt, war meine bisherige Haltung dazu. Jetzt, nachdem ich ausgeschlafen bin, meine Gedanken dazu sortiert habe stimme ich dir zu:

"Die Natur kennt ein Spektrum. Die meisten Menschen lassen sich klar als männlich oder weiblich einordnen, aber es gibt seltene, natürliche Varianten, die zeigen, dass Geschlecht kein binärer Schalter, sondern ein komplexes Zusammenspiel von Genen, Hormonen und Entwicklung ist."

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Freut mich, wenn mein Artikel dich zum Denken anregen konnte.

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Natürlich gibt es ein Spektrum. Letztlich gehen wir aber von einem dualen System aus. Wir könnten auch statt Tag und Nacht zu benennen für jede Helligkeitsausprägung des Himmels einen eigenen Begriff zuordnen. Ob das sinnvoll ist, lässt sich bezweifeln.

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Ich bin da gar nicht soweit von dir oder auch @stayoutofherz entfernt, wie es möglicherweise(?) scheinen mag. Was mich stört, ist die verbitterte Diskussion um dieses Thema, die schon politische Ausmaße annimmt. Ich will das Phänomen aber als Naturwissenschaftler betrachten, ohne mich politisch von der einen oder anderen Seite vereinnahmen zu lassen, ich will verstehen (und auch darüber staunen dürfen), was es in der Natur so alles gibt.

Es ist richtig, zu sagen, es gebe nur zwei 'Pole', wie in deinem guten Tag-und-Nacht-Beispiel. Allerdings ist es letztlich eine Definitionssache (und ich finde es OK, wenn jemand die Definition nur zweier Geschlechter präferiert): Ich hatte es ja bereits an anderer Stelle der Diskussion erwähnt, dass es auch im Blutgruppensysten A, B, AB und 0 eigentlich nur zwei verschiedene Varianten gibt (A und B), die eben unterschiedlich miteinander vermixt sein können (ähnlich wie die Chromosomen X und Y) - daraus machen 'wir' dann aber vier Blutgruppen (statt zwei). Und warum? Weil 'wir' es so definiert haben. :-)

Ich streite aber nicht gerne über Definitionen, sondern beschäftige mich lieber damit, wie es eben ist.

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Ich denke auch nicht, dass wir grundsätzlich anderer Meinung sind.

Es liegt in der Natur des Menschen und ist auch unabdingbar für seine intellektuellen Leistungen, mit Begriffszuordnungen zu arbeiten. Wie sonst sollten wir uns über etwas austauschen?
Schwierig wird es dadurch, dass sich unsere Begrifflichkeiten nach unseren grundlegenden Erfahrungen gebildet haben, die keineswegs der existenziellen „Wahrheit" entsprechen.
Das führt uns zu Problemen, sogar bei auf den ersten Blick eindeutigen Zuordnungen wie Lebewesen/Nicht-Lebewesen (Stichwort Virus) oder lebendig/tot (z. B. Todesdefinition beim Menschen – Thema „Organspende") und eben auch bei der Mann/Frau-Thematik.
Leider finden derartige Gedankengänge in der öffentlichen Debatte kaum Raum, nichtzuletzt darum hat die Debatte nicht nur, wie du sagtest,„schon politische Ausmaße" angenommen – wir müssen leider schon von lebensbedrohlichen Konflikten sprechen (z.B. Ermordung Charlie Kirks, USA).
Ich habe oft den Eindruck, dass es nicht um eine sachliche Auseinandersetzung geht, sondern um reines Lagerdenken: Du bist „der Rechte" oder „der Woke" etc., also hast du grundsätzlich Unrecht. In der Debatte, die es nicht wert ist, so genannt zu werden, geht es dann bloß darum, den anderen zu diffamieren, mundtot zu machen („Shitstorm") etc. In dieser Atmosphäre ist es kein Wunder, dass aus Worten irgendwann Taten werden.
Traurig!

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Du bist „der Rechte" oder „der Woke"

Genau das ist das Problem, das es oft sehr schwierig macht, sachlich über bestimmte Themen zu diskutieren.

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